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Doom Eternal: The Ancient Gods – Part Two im Test

Zusammenfassung: Letzter Auftritt für den Slayer: id Software schließt die Doom-Saga im großen Stil ab und brennt nochmal ein sattes Actionfeuerwerk ab. Mit drei frischen Levels, einer coole Bonuswaffe, neuen Gegnern und einer bildgewaltigen Massenschlacht liefert The Ancient Gods: Part Two erstklassige Shooter-Unterhaltung, die aber ein Problem hat: Ausgerechnet auf den letzten Metern verzetteln sich die Entwickler und ziehen das Testergebnis damit nach unten.

Inhaltsverzeichnis

DER Horror-Klassiker schlechthin

Glühende Portale tun sich urplötzlich auf. Wie aus dem Nichts strömen unzählige Soldaten und Kampfmaschinen hindurch, eine Armada von Kriegern, die sich dem Helden entschlossen zur Seite stellen. Auch die Legionen des Gegners stehen bereit, ein Meer aus Klauen, Waffen und Fangzähnen blitzt uns wütend entgegen. Dann ein letzter Augenblick der Ruhe, bevor die alles entscheidende Schlacht gegen das Böse entbrennt.

Nein, wir beschreiben hier nicht das Finale von Avengers: Endgame, sondern das große Schlussgefecht in Doom Eternal: The Ancient Gods – Part Two (jetzt bei Amazon bestellen). Das wurde zwar leider schon mit dem offiziellen Artwork und dem sehenswerten Trailer gespoilert, aber das ändert natürlich nichts am Erlebnis selbst: Mit dem zweiten Story-DLC schließt id Software die Saga um den Doom Slayer endgültig ab und feuert dabei inszenatorisch nochmal aus allen Rohren. Freut euch auf eine pompöse Massenschlacht, in der gigantische Kampfroboter auf haushohe Dämonen eindreschen, in der kreischende Drachen über euch hinwegfegen und gewaltige Schwebepanzer die Tore der Hölle unter Beschuss nehmen.

PC Spiele im Test: Doom Eternal: The Ancient Gods - Part Two

Solche Szenen mag man vielleicht schon aus anderen Shootern kennen, doch für Doom-Verhältnisse sind sie schlichtweg ein Kracher. An Schauwerten mangelt es dem letzten Story-DLC also nicht, auch wenn die Fantasy-Handlung gegen Ende nur noch ein paar Dialogfetzen abwirft und auf Nebenfiguren weitestgehend verzichtet. Wer bis dahin also noch nicht durchblickt, dürfte auch in Part Two nur Bahnhof verstehen.

Zur Erinnerung: Der Slayer hat am Ende von The Ancient Gods: Part One sein böses Gegenstück beschworen, den Dunklen Lord der Hölle, der auch unter dem Namen Davoth bekannt ist. Nun will er das ultimative Böse endgültig vernichten und kämpft sich deshalb durch drei brandneue Levels, bis er schließlich seinem infernalen Spiegelbild gegenübertritt. Das Finale bildet damit einen befriedigenden Abschluss der Slayer-Saga und hat sogar noch eine überraschende Wendung parat, die aber letztendlich ungenutzt bleibt – hier halten sich die Entwickler vielleicht schon ein Hintertürchen für eine Fortsetzung offen.

Neue Levels, altes Spielgefühl

Inhaltlich knüpft der zweite DLC gelungen an die erste Erweiterung an, die Spielzeit liegt auf normalem Schwierigkeitsgrad bei 3 bis 4 Stunden. Die Reise beginnt auf der alten Welt von Argent D'Nur, wo ihr euch durch eine verfallene Wächterstadt zu einem gigantischen Kristallartefakt durchkämpfen müsst, dem sogenannten Weltenspeer, der in der Doom-Geschichte eine wichtige Rolle spielt. Von dort aus geht es nochmals zurück auf die Erde, in der die Menschheit nach der gescheiterten Hölleninvasion mit der Rückeroberung begonnen hat. Euer Weg führt euch durch zugewucherte Ruinen bis hin zu einem Tor, das den Slayer schließlich in das Herz der Hölle transportiert. Vor den Mauern der Höllenstadt Immora beginnt dann die letzte Schlacht gegen den Dunklen Fürsten selbst.

Visuell sind die Levels gewohnt fantastisch umgesetzt und auch inhaltlich bleibt alles beim Alten. Die Suche nach Secrets nimmt wie schon im letzten DLC eine deutlich geringere Rolle ein, da der Slayer bereits über alle Upgrades und Runen verfügt, außer Extraleben und Lore-Einträgen gibt es also nicht mehr viel, was man noch sammeln könnte. Dadurch spielt sich The Ancient Gods: Part Two etwas linearer als der Vorgänger. An den gelegentlichen Sprungeinlagen ändert sich nichts, ab und zu müsst ihr also wieder an Wänden klettern oder an Stangen entlangschwingen. Neu sind freischwebende Halterpunkte, an denen man sich mit dem Shotgun-Greifhaken emporziehen kann.

Kampfszene Doom Eternal: The Ancient Gods - Part Two

Besseres Balancing, aber diese Marauder!

Das Herzstück von Part Two bilden aber natürlich wieder die brachialen Kämpfe, die sich so flüssig spielen wie eh und je. Dabei hat sich id Software die Kritik am übertriebenen Schwierigkeitsgrad von Part One zu Herzen genommen: Das zweite DLC-Kapitel ist wesentlich fairer geraten und sollte niemanden, der das Hauptspiel auf normaler Stufe gepackt hat, vor unlösbare Herausforderungen stellen. Gab es in The Ancient Gods: Part One noch unnötig viele Massenkämpfe, in denen die Gegnerwellen regelrecht aneinandergereiht wirkten, fallen die meisten Gefechte diesmal etwas kürzer aus.

Nur ein einziger Kampf fällt negativ auf, und der betrifft – natürlich – die oft kritisierten Marauder: Im dritten Level müssen wir wieder gegen zwei von ihnen gleichzeitig kämpfen, diesmal aber flankiert von einem neuen Dämonentyp, dem Screecher. Dieser Zombie ist harmlos, solange man ihn in Ruhe lässt. Bei einem Treffer stärkt er aber alle umliegenden Dämonen mit einem heftigen Buff – und das ist so ziemlich das Letzte, was man beim pfeilschnellen Marauder gebrauchen kann. Der Kampf gerät somit zur unnötigen Geduldsprobe und sticht im Vergleich zum restlichen DLC unschön heraus.

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Dämonenfrischfleisch

Die Entwickler haben noch mehr neue Gegnertypen eingebaut. Die legen im Grunde nur neue Texturen über alte 3D-Modelle, bringen aber spielerisch etwas frischen Wind: Der eindrucksvollste Neuzugang ist der Armored Baron, eine gepanzerte Version des Baron of Hell. Ihn kann man nur besiegen, indem man seine Rüstung mit der Plasmakanone wegschießt, dann wird er für ein paar Sekunden verwundbar. Alternativ kann man im richtigen Augenblick seine Waffe unter Beschuss nehmen; nach ein paar gut platzierten Treffern verliert der Fleischberg dann seine gesamte Rüstung auf einen Schlag.

Stone Imps sind stärkere Versionen des klassischen Imps, die uns mit Rollattacken umwalzen und die sich nur mit dem Automatik-Feuer der Shotgun effektiv bekämpfen lassen. Riot Soldiers dagegen sind nix anderes als stärkere Schildsoldaten, die sämtliche Angriffe abwehren, Plasmabeschuss inklusive. Nur ihre Rückseite ist verwundbar, aber dafür hat der liebe Gott schließlich Raketenwerfer und Granaten erfunden.

Horror PC Spiele: Doom Eternal: The Ancient Gods - Part Two

Eher nervig dagegen: Der schnelle Cursed Prowler, der uns mit einem Fluch belegt. Dadurch können wir nicht mehr dashen und verlieren Lebenspunkte, außerdem lässt sich der grüne Giftbolzen nur mit einem geladenen Blutschlag besiegen. Zum Glück taucht das Vieh nur selten auf! Das gilt auch für die anderen neuen Feinde, die mit The Ancient Gods: Part One eingeführt wurden, darunter die starken Geister oder die blitzschnellen Blood Maykr – die alle bekommt man nur noch selten vor die Flinte.

Video-Trailer

Endlich behämmert

Schade: Neue Wummen gibt es auch in Part Two wieder nicht. Dafür bekommt der Slayer aber endlich einen Ersatz für das mächtige Plasmaschwert, das man am Ende des Hauptspiels eingebüßt hat: Der Wächterhammer ist eine brandneue Nahkampfwaffe, die auf Knopfdruck eine kräftige Druckwelle entfesselt. Die sorgt dafür, dass Gegner in der Nähe benommen werden, inklusive kreisender Cartoon-Sternchen über dem Kopf. Außerdem verstärkt der Hammerangriff die Effekte der Eisbombe und des Flammenspeiers, dadurch kann man sehr schnell Gesundheit und Rüstung nachtanken. Eine starke Ergänzung, die sich prima in die rasend schnelle Action einfügt!

Der Hammer lässt sich im Spielverlauf mehrmals verbessern, dazu muss man sogenannte Escalation Encounters meistern – das sind im Grunde nur die üblichen Arena-Kämpfe, in denen euch Horden von Monstern ans Leder wollen. Sie ersetzen damit die bekannten Slayer-Tore, fallen aber nicht so knifflig aus. Denn auch hier geht id Software einen Schritt auf die Spieler zu, die nicht mit übermenschlichen Reflexen gesegnet sind: Jede Escalation-Herausforderung hat zwei Stufen, von denen ist aber nur die erste verpflichtend. Die zweite Runde ist zwar deutlich kniffliger, aber auch völlig optional, außerdem bringt sie nur ein optisches Gimmick für euren Slayer – darauf kann man als Normalspieler gut verzichten.

Zäher Endboss

Schicke Levels, frische Gegner, schweißtreibende Action und eine coole neue Waffe – also eine großartige Erweiterung? Fast! Denn id Software leistet sich ausgerechnet beim Schlusskampf gegen den Dunklen Fürsten einen deftigen Patzer. Das gesamte Gefecht findet in fünf quälend langen Runden statt, die alle auf der gleichen Grundidee basieren: Der Endboss greift vorrangig mit einem Plasmaschwert an, das nicht nur Schaden austeilt, sondern ihn auch bei jedem Treffer heilt. Damit spielt id Software natürlich auf den Slayer selbst an, der vor allem durch offensives Vorgehen neue Lebenspunkte tankt. Kein schlechtes Konzept also – doch leider fällt der Heileffekt viel zu stark aus. Einmal nicht aufgepasst, schon steht der Endboss wieder mit voller Lebensleiste da!

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Umso schlimmer, dass der Höllenchef gegen normale Angriffe immun ist. Man wartet also genau wie bei beim Marauder darauf, dass sich einer seiner Angriffe ankündigt. Die muss man dann mit einem schnellen Treffer kontern, um den Boss für ein paar Sekunden verwundbar zu machen. Weil diese Angriffe aber nur selten ausgelöst werden und in späteren Runden noch weitere Gegner in die Arena spawnen, fällt es schwer, überhaupt mal richtig Schaden auszuteilen. Der Kampf ist dadurch nicht wirklich schwer, er zieht sich nur ewig in die Länge.

Auch ein Blick in die User-Bewertungen zeigt, dass id Software sich mit diesem Bossdesign verhoben hat. Wir finden: Hier sollten die Entwickler ruhig nochmal ran und den Kampf mit einem Patch überarbeiten. Schließlich handelt es sich um den Schlusspunkt der Doom-Eternal-Saga! Und die war bislang – trotz einiger Kritikpunkte – ein umwerfendes Actionfest, das zu den besten Shootern der letzten Jahre zählt. Auch der zweite DLC hat uns im Test begeistert, für Doom-Eternal-Fans ist er fast schon ein Pflichtkauf. Doch der zähe Endboss kostet letztendlich knapp die 9 im Wertungskasten.

Die PC Spiele Welt von Doom Eternal: The Ancient Gods - Part Two

Fazit

Im Test hat uns The Ancient Gods: Part Two über weite Strecken begeistert. Was uns besonders freut: Bis auf einen nervigen Kampf gegen zwei Marauder ist das Balancing viel runder als im ersten DLC. Wenn wir da durch die Monsterhorden pflügen, haben wir genau so viel Spaß wie im Hauptspiel! Vor allem der neue Hammer ist eine prima Ergänzung, der wir eigentlich nur vorwerfen können, dass man sie nicht schon im ersten DLC bekam. Und die wuchtig inszenierte Schlacht am Ende, in der martialische Riesenroboter auf haushohe Dämonen eindreschen, während wir gerade das Kleinvieh mit der Kettensäge zerlegen, dürfte mit Abstand das Bildgewaltigste sein, was sich id Software bislang zugetraut hat. Da verzeihen wir auch gern, dass die Story hier schon längst auf Sparflamme kocht. Umso ärgerlicher, wenn das tolle Erlebnis ausgerechnet am Ende ins Stolpern gerät! Bitte nicht falsch verstehen, der letzte Boss ist nicht komplett misslungen. Aber in dieser Form ist der Kampf einfach viel zu zäh und eintönig, um richtig Spaß zu machen. Wir finden, da muss id Software nochmal ran, die Heilrate ändern und die Timings anpassen. Dann könnte man The Ancient Gods: Part Two auch komplett als das genießen, was es im Grunde eh schon ist: Ein würdiges Finale zu einem grandiosen Shooter, mit dem sich id Software selbst übertroffen hat.


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Hitman 3 – erster Test zum Game

Zusammenfassung: Mit Hitman 3 steht demnächst der Release einer der am sehnlichst erwarteten Games 2021 auf dem Plan. Welche Jobs erwarten dich dieses mal? Im ersten Test haben wir den Spiele Klassike rin seiner dritten Version getestet.

Inhaltsverzeichnis

Was erwartet dich?

Wir stehen über den Wolken – aber nicht, weil wir bei der Ausübung unseres Jobs als Auftragskiller das Zeitliche gesegnet haben. Vielmehr befinden wir uns auf einer Außenstrebe des höchsten Gebäudes der Welt.

Im ersten Einsatz von Hitman 3 schleichen wir uns in Dubai in einen Wolkenkratzer – der in dem Actionspiel allerdings nicht Burj Khalifa heißt, sondern den fiktiven Namen Burj Al-Ghazali trägt.

Sobald wir uns Eintritt in eine der obersten Etagen verschafft haben, beginnt der eigentliche Auftrag. Wir sollen zwei Zielpersonen töten, die beide gut geschützt sind.

Um den Job zu erledigen, können wir uns als Kellner oder Sicherheitswache verkleiden, die Computerterminals hacken und noch viele weitere Vorgehensweisen versuchen.

Wie schon bei den Vorgängern ist es eine der Stärken von Hitman 3, dass wir sehr viel experimentieren können. Gift ist ebenso eine Option wie der Angriff mit der Klaviersaite aus dem Hinterhalt.

Nur eines funktioniert (absichtlich!) nicht so richtig: Wenn wir einfach mit gezückter Pistole in Richtung unseres Ziel stürzen, heißt es recht bald "Game Over".

In Hitman 3 erkunden wir neben dem Wolkenkratzer in Dubai noch fünf weitere Umgebungen. Wir sind in einem düsteren Anwesen in England unterwegs, führen einen Auftrag in Berlin aus und meucheln dann noch in einer chinesischen Stadt, in einer Luxusvilla in Argentinien und in den rumänischen Karpaten.

Sechs Einsätze, das klingt nach wenig, allerdings gibt es in den Missionen sehr viel zu entdecken. Nach dem ersten erfolgreichen Absolvieren der Mission in Dubai etwa hatten wir nach Angaben des Programms gerade mal acht Prozent der Geheimnisse entdeckt.

Der Wiederspielwert ist hoch, zumal es im Grunde auch sehr darum geht, alternative Taktiken auszuprobieren, was in Hitman 3 ähnlich wie in den Vorgängern sehr gut klappt und Spaß macht.

Nicht ganz so gelungen finden wir die Handlung, die trotz einer Rückschau für Serienneulinge nur schwer verständlich ist. Es geht um eine kriminelle Geheimorganisation, die wir als Agent 47 endgültig zur Strecke bringen sollen.

Trailer

Verfügbarkeit

Hitman 3 ist der Abschluss einer Trilogie. Wie es danach mit dem Glatzkopf weitergeht, ist unklar. Das Entwicklerstudio IO Interactive hat als nächstes Projekt ein Spiel auf der Basis von James Bond in der Pipeline, so dass Agent 47 wohl erstmal eine längere Pause hat oder in Rente gehen darf.

Hitman 3 erscheint am 20. Januar 2021 für Windows-PC, Playstation 4 und 5, Xbox One und Series X/S sowie per Spielestreaming für Google Stadia und Nintendo Switch. Der Preis liegt je nach Plattform zwischen 60 und 70 Euro. Das Spiel unterstützt Playstation VR, einen Multiplayermodus gibt es nicht.

Wer die Vorgängerspiele besitzt, kann die Missionen daraus in Hitman 3 importieren. Die neu in der Engine verfügbaren Screen Space Reflections sollen auch in den Umgebungen der früheren Serienteile zu sehen sein.

Im Falle von Hitman 2 auf Windows-PC arbeiten die Entwickler allerdings erst an der Übernahmeoption – laut einer Mitteilung auf Twitter könnte das noch ein paar Wochen dauern.

Überhaupt ist die Sache mit dem Upgraden, Importieren und den Editionen bei Hitman 3 so komplex, dass die Entwickler ein englischsprachiges FAQ ins Netz gestellt haben. Das Spiel hat von der USK eine Freigabe ab 18 Jahre erhalten.

Fazit

Mit Hitman 3 liefert IO Interactive einen würdigen Abschluss der aktuellen Trilogie ab. Allerdings haben wir auch den Eindruck, dass die Entwickler vielleicht ganz froh sind, künftig mal was anderes als Abenteuer mit Agent 47 machen zu können. Jedenfalls bemüht sich das neue Abenteuer mit dem glatzköpfigen Auftragskiller nicht sonderlich um Einsteiger.

Die Details der Handlung versteht man kaum ohne Kenntnis der Vorgänger, gleich die erste Mission dürfte Frischlinge dank der vielen Möglichkeiten überfordern – sofern sie nicht das Hilfssystem nutzen.

Erfahrene Spieler kommen dank der komplexen Einsätze an interessanten Umgebungen aber auf ihre Kosten. Das Anwesen in Dartmoor und die Finca in Argentinien wären auch ohne mörderisches Drumherum sehenswerte virtuelle Orte. Es macht Spaß, dort Wachen auszukundschaften, Geheimnisse zu erforschen und dann aus dem Hinterhalt zuzuschlagen.


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Die 10 am meist-verkauften Rollenspiele

Zusammenfassung: Was vor Jahrzehnten mit Stiften und Papier begann, sind heute nicht selten hochkomplexe Videospiele, die uns in die verschiedensten Rollen schlüpfen lassen. Wir stellen euch zehn Spiele aus dem Bereich der Rollenspiele vor, die jedem Abenteuerlustigem Spieler viele Stunden bester Unterhaltung bieten. Hier findet ihr Empfehlungen, die garantiert ihr Geld Wert sind.

Inhaltsverzeichnis

Legend of Grimrock 2 

Plattformen: PC

Release: 15. Oktober 2014

Legend of Grimrock 2 wirkt ein wenig aus der Zeit gefallen. Das Sub-Genre der Dungeon Crawler verhalf den Rollenspielen zwar zu ihrem Sprung ins 3D-Zeitalter, aber heutzutage ist diese Form des Spieldesigns kaum noch geläufig. Das Spiel der Indie-Entwickler von Almost Human Games ist also eine seltene, aber umso erfreulichere Ausnahme. Denn in jedem Fall handelt es sich um ein erstklassiges Rollenspiel. Es begeistert mit kniffligen und intelligenten Rätseln, einem motivierenden Item-System und einer detailreichen Spielwelt, in der es jede Menge zu entdecken gibt. Mit einer vierköpfigen Party, die ihr aus einem großen Angebot an Rassen und Klassen zusammenstellt, geht es in der Ego-Perspektive Schritt für Schritt von einer Kachel des Levels zur nächsten und lediglich mit 90 Grad-Drehungen durch eine fantastische Fantasywelt. Allerdings beschränkt sich Grimrock 2 nicht mehr nur auf Dungeons wie sein Vorgänger, sondern bietet auch eine große und frei erkundbare Oberwelt. Die Handlung über die Insel, auf der ihr mit eurer Heldentruppe strandet, und den Master of the Island steht dabei nicht im Vordergrund und wird nur am Rande in Form von einigen Texten erzählt. Stattdessen punktet das Spiel mit seinem tollen Retro-Spielgefühl und einer gelungenen Atmosphäre. Wem die an sich bereits sehr kniffligen Rätsel noch nicht schwer genug sind, kann sich zudem in einem Hardcore-Modus probieren.

Legends of Grimrock 2

Dragon Age: Inquisition

Plattformen: PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One

Release: 21. November 2014

Der dritte Teil der Dark-Fantasy-Reihe von Bioware entstand unter der Prämisse größer, bombastischer, epischer – und setzt das sehr gelungen um. Der Wechsel zu größeren, sehr offenen Gebieten wurde kontrovers aufgenommen, auch weil es die Entwickler längst nicht so gut verstanden ihre Erzählweise mit der offenen Spielwelt in Einklang zu bringen, wie es etwas später The Witcher 3 auf eindrucksvolle Weise gelingen sollte. Nichts desto trotz ist Inquisition ein Paradies für Dragon-Age-Fans, mit unzähligen Verbindungen zu Vorgängern und dem durch Comics und Romane erweiterten Universum. Tolle neue und bekannte Charaktere begeistern in zahlreichen Dialogen und intensiven Gesprächen. Jeder Begleiter hat seine eigene Geschichte. Die Dynamik und Chemie zwischen den Figuren sucht im Genre ihres gleichen. Die offenen Questgebiete sind trotz ihrer Mängel gespickt mit interessanten Locations und belohnen erkundungsfreudige Spieler mit Verstecken und Geheimnissen. Die Kämpfe versprühen enorme Wucht, haben dank Block-Barriere-Gesundheitssystem und Taktik-Kamera besonders auf den höheren Schwierigkeitsgraden dennoch einen gewissen taktischen Anspruch. Grafisch lässt die Frostbite-Engine ihre Muskeln spielen, wodurch das Spiel auch heute noch ganz ansehnlich aussieht. Wer über viele, viele Spielstunden tief in ein reichhaltig ausgestaltetes Fantasy-Universum eintauchen will, ist hier genau richtig.

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Dragon Quest 11

Plattformen: Nintendo 3DS, PS4, PC, Switch, Xbox One

Release: 4. September 2018 (PC, PS4)

Bereits seit über 30 Jahren gehört Dragon Quest zu den festen Größen im Rollenspiel-Sektor und zu den auch in der westlichen Welt weithin bekannten JRPGs. Dragon Quest 11 ist der neueste und zugleich auch einer der besten Teile der Reihe. In unserem Test attestierten wir den Entwicklern, dass ihnen ein nutzerfreundliches und spannendes Abenteuer gelungen ist, das vor Charme und Witz nur so überquillt. Die packende Geschichte wartet mit allerhand interessanten Wendungen auf und mündet in mehreren Enden. Während des Abenteuers trefft ihr auf verschiedenste Charaktere, die mit ihren unterschiedlichen Charakterzügen für jede Menge Unterhaltung sorgen. Einige schließen euch als Begleiter an, die ihr dann in die bis zu vier Mann starke Gruppe aufnehmen könnt. Die Kämpfe laufen wie für viele JRPGs üblich im rundenbasierten Modus ab. Mit speziellen KI-Einstellungen lassen sich einzelne Helden oder gar die ganze Gruppe automatisieren. Ein rundum gelungenes Gesamtpaket, dass es schafft klassisches JRPG und trotzdem modern zu sein.

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The Elder Scrolls 5: Skyrim

Plattformen: PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One, Switch

Release: 11. November 2011 (PC, PS3, Xbox 360)

Als Skyrim am 11.11.2011 erschien, entführte es unzählige Spieler in die fantastische Welt von Himmelsrand, wo totale Freiheit und das unvergleichliche Bethesda-Spielgefühl warteten. Mit über 30 Millionen verkauften Exemplaren wurde The Elder Scrolls 5 zu einem der erfolgreichsten Rollenspiele überhaupt. Zu diesem Erfolg beigetragen hat sicherlich auch die Tatsache, dass die Entwickler das Spiel über die Jahre immer wieder auf neuen Plattformen veröffentlicht haben. Im Vergleich zu vielen anderen Genre-Vertretern glänzt Skyrim nicht mit einer alles überstrahlenden Geschichte und erinnerungswürdigen Charakteren. Stattdessen ist die gigantische Spielwelt mit ihren unzähligen Möglichkeiten spannende Abenteuer zu entdecken der zentrale Star des Spiels. Zur Zeit der Veröffentlichung galt die optische Darstellung der Spielwelt als wunderschön und gehörte zum Besten, was Open-World-Spiele zu bieten hatten. Mit Tag- und Nachtwechseln, Effekten wie Nebel und Wetter, die lebendige Fauna und den NPCs die ihrem Tagwerk nachgehen erzeugt Himmelsrand eine wunderbare Atmosphäre, in der man sich schlicht verlieren konnte. Die offene Charakterentwicklung stellte es uns frei, wie wir unseren Helden spielen. Aber egal ob mit Magie, Bogen oder Nahkampfwaffe, die Kämpfe sind wuchtig und machen Spaß. Durch die völlige Offenheit für Mods lebt das Spiel bis heute und lässt sich auch optisch noch wesentlich hübscher machen als vor neun Jahren aussah.

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The Elder Scrolls 5: Skyrim

Persona 5 Royal

Plattformen: PS3, PS4

Release: 4. April 2017

Schon in seiner Urform aus dem Jahre 2017 wäre Persona 5 ein würdiger Kandidat für diesen Einkaufsführer. Das JRPG war mit seiner stilsicheren, außergewöhnlichen und charmanten Machart eines der großen Highlights des Jahres. Eine liebevoll umgesetzte und höchst atmosphärische Spielwelt lädt zum Staunen und Verweilen ein. Erzählt wird eine spannende Story, die durch ihre Vielzahl an sympathischen Charakteren getragen wird. Das alles findet in einer extrem stilvollen Präsentation statt, die im Genre ihres gleichen sucht. Kämpfe finden in klassisch rundenbasierter Manier statt. Mit bis zu vier Kämpfern geht es Zug um Zug mit Nahkampfangriffen, Schusswaffen oder Zaubern gegen toll gestaltete Monster und andere Widersacher. Mit der 2020 erschienen Royal-Fassung des Rollenspiels, setzten die Entwickler von Atlus auf das ohnehin schon großartige Spiel noch eine Schippe drauf. Neben grafischen Verbesserungen gibt es auch eine ganze Reihe neuer Inhalte. Kasumi stößt als neuer Charakter und Partymitglied dazu, ein komplett neues Schulsemester wurde hinzugefügt und das neue Gebiet Kichijoji erweitert die Spielwelt deutlich. Fans von JRPGs bekommen hier also jede Menge Rollenspiel für ihr Geld.

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Persona 5 Royal

Wasteland 3

Plattformen: PC, PS4, Xbox One

Release: 28. August 2020

Wasteland lieferte einst die thematische Grundlage aus der fast ein Jahrzehnt später die legendäre Fallout-Reihe hervorgehen sollte. Brian Fargos Meisterwerk selbst war bis auf den Erstling von 1988 jedoch keine große Seriengeschichte beschieden. Das änderte sich erst 2014 als Fargo und die Entwickler von inXile Entertainment endlich einen Nachfolger zum Klassiker veröffentlichten. Dieser war an einigen Ecken und Kanten noch sehr ungeschliffen, aber mit Wasteland 3 merzten die Macher viele dieser Probleme aus und landeten wieder einen Rollenspiel-Hit. Als größte Stärken attestierten wir dem Titel im Test seine lebendige und spannende Spielwelt, die verrückten Charaktere, die liebevoll umgesetzten Ideen, ein packendes, rundenbasiertes Kampfsystem und knüppelharte Entscheidungen. Das Spiel glänzt also auf breiter Front in vielen Aspekten, die für ein gutes Rollenspiel wichtig sind. Sehr angenehm ist auch, dass die Entwickler die Benutzerführung im Vergleich zum sperrigen Vorgänger deutlich verbessert haben. Wir müssen lediglich davor warnen, dass die deutsche Übersetzung ein paar Schwächen aufweist. Wem das nicht stört, oder wer auch mit der englischen Fassung klarkommt, den erwartet ein umfangreiches Rollenspiel mit locker 100 Stunden Spielspaß.

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Wasteland 3

The Witcher 3: Wild Hunt

Plattformen: PC, PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X/S, Switch

Release: 19. Mai 2015 (PC, PS4, Xbox One)

Lange Zeit schien es kaum möglich epische offene Spielwelten in einem Rollenspiel mit einer packenden Geschichte und herausragenden Charakteren zu vereinbaren. Doch dann kam CD Projekt Red mit The Witcher 3 um die Ecke und setzte einen neuen Maßstab. Hier bekommen Spieler eine wunderschöne Mittelalter-Fantasywelt mit vielen spielerischen Freiheiten und gleichzeitig fantastisch geschriebene Quests, Charaktere und Entscheidungen geboten. Besonders die intelligente Verwebung von Haupt- und Nebenaufgaben sorgten für Begeisterung. Nicht umsonst wird zum Beispiel die berüchtigte Baron-Questreihe bis heute als Paradebeispiel für exzellent umgesetzte und in das Gesamterlebnis integrierte Nebenquests herangezogen. Im Zentrum steht mit Geralt von Riva ein charismatischer Protagonist mit dem wir uns in spaßigen und fair gestalteten Kämpfen gegen Monster und andere Gegner behaupten. Dabei stehen verschiedene Spielstile mit Schwerpunkt auf Schwertkünsten, Magiezeichen und Alchemie zur Auswahl, die sich über Perks und Handwerk individualisieren lassen. Nach Release spendierten die Entwickler dem Spiel dann noch zwei große Erweiterungen. Heart of Stone und vor allem das brillante Blood and Wine bringen noch mehr tolle Geschichten, Umgebungen und Abenteuer ins Spiel. Alles zusammen ergibt einen gewaltigen Umfang, mit dem man ohne Probleme weit über 100 Stunden beschäftigt und vor allem jederzeit bestens unterhalten ist.

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The Witcher: Wild Hunt

Disco Elysium

Plattformen: PC, PS4, PS5, Stadia, Switch, Xbox One, Xbox Series X/S

Release: 15. Oktober 2019 (PC)

Dass es nicht immer große Studios mit dickem Budget braucht, um einzigartige und herausragende Rollenspiel-Erlebnisse zu schaffen, haben 2019 die Entwickler des estnischen Studios ZA/UM unter Beweis gestellt. Disco Elysium wurde zum gefeierten Indie-Hit und räumte zahlreiche Preise ab. Angelehnt an Klassiker wie Baldur's Gate und Planescape Torment, garniert mit einen ordentlichen Schuss Point&Click-Adventure, erwartet euch ein Detektiv-Abenteuer der besonderen Art. Dargestellt in einem an Ölgemälde erinnernden Stil, rätselt und questet ihr euch durch die düstere Stadt Revachol. Die hochkomplexe und vielschichtige Spielwelt ist Schauplatz für eine spannende Handlung, die von Anfang bis Ende an den Monitor fesselt. Erzählt wird die Geschichte vor allem durch die großartig geschriebenen Dialoge zwischen den vielen tollen Charakteren. Dazu trägt auch das kreative Skill-System mit vielen Freiheiten bei, da sich viele Werte auch auf den Verlauf von Gesprächen auswirken können. Das Spiel ist allerdings nichts für Lesemuffel, denn Vertonung gibt es in begrenztem Ausmaß. Außerdem ist das Spiel nur in englischer Sprache erhältlich, an einer Fan-Übersetzung wird aber bereits gearbeitet. Nichts desto trotz ist Disco Elysium eines der erzählerisch beeindruckendsten RPGs der letzten Jahre, das sich kein Genre-Fan entgehen lassen sollte.

Disco Elysium

Divinity: Original Sin 2

Plattformen: PC, PS4, Xbox One, Switch

Release: 14. September 2017 (PC)

Es ist oft eine Glaubensfrage unter RPG-Fans: 3D-Schulterperspektive oder klassische Iso-Ansicht, Echtzeitkämpfe oder rundenbasiert. Derzeit halten aber wohl ohne Zweifel die klassischen Iso-Rollenspiele deutlich energischer die Fahne von tiefgründigen RPG-Abenteuern im Geister ihrer Pen&Paper-Ursprünge hoch. Bestes Beispiel war dafür in den letzten Jahren Divinity: Original Sin 2, das bis heute als eines der besten Rollenspiele auf dem Markt, ja gar aller Zeiten gilt. Ein Spiel, in dem spielerische Freiheit ganz oben auf der Agenda der Entwickler steht und dies auch in exzellenter Weise umsetzt. Dem dient auch die hervorragend gestaltete Spielwelt, in der sich jede Menge optionale Inhalte wie Dungeons und Geheimnisse entdecken lassen. Für jede Quest und Aufgabe gibt es verschiedenste Lösungswege. Wofür sich der Spieler entscheidet, sei es in Dialogen oder bei der allgemeinen Vorgehensweise, hat häufig weitreichende Auswirkungen auf den Ausgang bestimmter Handlungen. Die hervorragend geschriebenen Origin-Charaktere, die als Hauptfigur und Begleiter zum Einsatz kommen können, wachsen einem schnell ans Herz. Während das Abenteuer als Einzelspieler bereits eine wahre Freude ist, kommt im Koop mit bis zu vier Spielern noch eine ganze andere Dynamik auf. Der enorme Umfang und der hohe Widerspielwert sorgen für unzählige Stunden perfekter Rollenspiel-Unterhaltung.

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Definity 2: Original Sin

Cyberpunk 2077

Plattformen: PC, PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X/S

Release: 10. Dezember 2020 (PC, PS4, Xbox One)

Natürlich ist auch Cyberpunk 2077 eine klare Empfehlung in unserem Einkaufsführer, allerdings mit einer wichtigen Einschränkung: das gilt derzeit nur für die PC-Version. Da die Konsolenfassungen technisch in allem Belangen nicht den Standards entsprechen, können wir diese auch nicht empfehlen. Wer aber einen gut ausgestatteten Gaming-PC sein Eigen nennt, wird gerade im SciFi-Genre derzeit kaum ein besseres Rollenspiel finden. Cyberpunk 2077 besticht durch eine atmosphärisch herausragende Umsetzung der dystopischen Pen&Paper-Vorlage. Die Stadt von Night City mit ihren gewaltigen Konzernbauten und den heruntergekommenen Vierteln der armen Durchschnittsbevölkerung ist wunderbar in Szene gesetzt und wirkt dank zahlreicher und vierfältiger NPCs sehr belebt. In dieser Kulisse erlebt ihr eine spannende Story rund um den Söldner V, dessen Streben nach Ruhm und Ansehen sich in einen packenden Kampf um Leben und Tod verwandelt. Auf dem Weg lernt ihr viele interessante Charaktere kennen, von denen viele ihre eigenen, gut geschriebenen Handlungen über sehr ordentlich ausgearbeitete Nebenquestreihen erzählen. Um euch in der rauen Welt von Night City zur Wehr zu setzen, stehen euch zahlreiche Optionen zur Verfügung. Attribute, Skills, Perks und Cybernetics bieten eine vielfältige Palette an Möglichkeiten seinen Charakter nach seinen Vorstellungen zu formen. In den einzelnen Missionen steht entsprechende Handlungsfreiheit ganz oben auf der Agenda. Zwar hat das Spiel noch ein paar Schönheitsfehler, die störe den Genuss dieses rundum gelungenen Rollenspiel-Abenteuers aber kaum. PC-Spieler sollten unbedingt zugreifen.

Cyberpunk 2077



Spellforce 3: Fallen God im Test

Zusammenfassung: Ihr mochtet Spellforce 3, habt Soul Harvest durch und wollt noch mehr? Dann schaut euch Fallen God an: Das zweite eigenständige Add-on kommt mit einer frischen, umfangreichen Story-Kampagne, die erstmals die Trolle ins Rampenlicht rückt. Im Test zu Spellforce 3: Fallen God klären wir, ob sich die Entwickler damit nochmal steigern können.

Inhaltsverzeichnis

Zweiter Anlauf

Wer vom Pferd fällt, sollte gleich wieder aufsteigen. Ein altes Sprichwort, in dem Wahrheit steckt, das haben zumindest die Entwickler von Grimlore Games eindrucksvoll bewiesen. Mit Spellforce 3 legten die Münchner nämlich erst mal eine glatte Bauchlandung hin, der Strategie-Rollenspiel-Mix kam mit horrenden Bugs auf den Markt und rasselte in unserem ersten Test ordentlich durch. Doch das Team gab nicht auf: Patches über Patches sollten folgen, die aus Spellforce 3 schließlich doch noch ein gutes Spiel zauberten. Zuversichtlich machte sich das Team danach gleich wieder ans Werk und entwickelte die erste Standalone-Erweiterung Soul Harvest, die dank vieler Verbesserungen auch in unserem Test prima abschnitt. 

Nun erscheint mit Fallen God die zweite, eigenständig lauffähige Erweiterung, inklusive frischer Kampagne und brandneuer Fraktion. Gleichzeitig wird auch das Geschäftsmodell umgekrempelt: Mit Spellforce 3 (jetzt kaufen 52,73 € /44,99 € ): Versus Edition wird der Strategie-Rollenspiel-Hybride erstmals auch als reine Mehrspieler-Version auf Free2Play-Basis angeboten. Im Test klären wir, ob sich die ganzen Mühen ausgezahlt haben.

Eigenständige Story

Fallen God erzählt eine kleinere Geschichte als seine Vorgänger, es geht ausnahmsweise mal nicht um die Rettung der Welt und auch die alten Helden lassen sich nicht blicken. Im Zentrum stehen diesmal die sogenannten Mondgeborenen, ein vertriebener Trollstamm, den wir in eine neue Heimat führen und von einem Fluch heilen sollen. Zu diesem Zweck muss ein uralter, zerstückelter Halbgott wiederhergestellt werden, die Suche nach seinen Körperteilen zieht sich als roter Faden durch die Hauptquestreihe. Damit knüpft die Geschichte von Fallen God zwar nicht direkt an die Vorgänger an, doch ein paar Vorkenntnisse können trotzdem nicht schaden: Wie schon in den letzten beiden Spielen feuern die Autoren eine solche Ladung an Namen, Orten und Begriffen ab, dass der Einstieg mitunter schwer fällt. Das zähe Erzähltempo trägt seinen Teil dazu bei: Es gibt wieder Unmengen an optionalen Gesprächen und Wiederholungen, außerdem gehen viele Sprecher so bedächtig ans Werk, dass man die Texte längst gelesen hat, bevor sie fertig gesprochen wurden. Gewöhnungsbedürftig: Die Trolle reden von sich grundsätzlich in der dritten Person, beginnen ihre Sätze am liebsten mit einem ausgedehnten "Hmmm…" und auch so manche Sprüche ("Bei Tiaras Titten!") wirken eher peinlich als stimmungsvoll. Hier wiederholen die Entwickler leider einige Fehler aus den Vorgängerspielen. In gewisser Weise scheint ihnen das sogar bewusst zu sein: Wer 100 Dialoge überspringt, erntet dafür nämlich prompt ein Achievement. 

Zu viert spielt es sich besser

Anders als in den beiden Vorgängern steuern wir diesmal ein festgelegtes, vierköpfiges Troll-Team, das uns durch das komplette Spiel begleitet. Wir stellen unsere Party also nicht selbst zusammen, dürfen aber zum Start einige Talentbäume und Klassenschwerpunkte festlegen. Jeder Troll hat eine Besonderheit, beispielsweise kann Häuptling Akrog an bestimmten Orten Geistererscheinungen beschwören, der alte Grungwar Graupelz stärkt seine Party mit Buffs und der verbitterte Zazka Kleinzahn zwängt sich durch enge Durchgänge und erreicht so verborgene Bereiche. Am besten gefällt uns aber der vierte Begleiter Noag Mondblut, ein junger, einfältiger Troll, der Barrieren zerdeppern und im Kampf massig Schaden wegstecken kann. Noag stellt uns im Spielverlauf immer wieder Fragen zu unseren Entscheidungen – je nach Antwort werden in seinem Talentbaum dann unterschiedliche Upgrades und Boni freigeschaltet. Ein netter Einfall, der Story und Gameplay sinnvoll miteinander verzahnt.

Bewährtes neu verpackt

Am Grundkonzept von Spellforce 3 ändert sich natürlich nichts: Im Verlauf der Fallen-God-Kampagne bereisen wir unterschiedliche, wunderhübsch gestaltete Maps, auf denen Rollenspiel und Echtzeit-Strategie fließend ineinander übergehen. Für sich betrachtet sind zwar beide Anteile nicht wirklich tiefgängig, aber in Spellforce gilt schließlich schon immer: Die Mischung macht's! So ist man eben noch auf einer Karte unterwegs, in der man eine große Verteidigungsschlacht an mehreren Fronten schlagen muss, nur um dann im nächsten Moment einen unterirdischen Tempel zu erkunden, in dem wir unsere Party durch Zeitportale schicken und kleine Rätsel müssen. Obwohl viele Gegnertypen und Ideen aus den beiden Vorgängerspielen übernommen wurden, bekommt man für gerade mal 25 Euro also wieder einiges geboten.

Die RPG-Kämpfe mit der Vier-Troll-Party spielen sich anfangs zwar etwas zäh, das gibt sich aber, sobald man bessere Ausrüstung und ein paar Skills freigeschaltet hat. Letztere werden wie gewohnt mittels Ringmenü oder einer Schnellauswahl ausgelöst, das ist vor allem in den unübersichtlichen Massenschlachten, aber auch in den Bosskämpfen praktisch, die immer wieder für kleine Highlights sorgen.

Video-Trailer

Jetzt kommt die Strategie

Der Strategie-Part bleibt unverändert: Viele Maps sind in Sektoren unterteilt, die wir zunächst erobern und mit Stützpunkten besetzen müssen. Anschließend bauen wir Holz und Stein ab, sammeln Nahrung und beginnen damit, Einheiten auszubilden. Das spielt sich simpel, da die Baureihenfolge immer gleich bleibt. Die Trolle verlangen außerdem nach zwei einzigartigen Ressourcen, Kram und Opfergaben. Beide werden mithilfe eines Gebäudes und ein paar Sammlern automatisch erzeugt, ohne dass man dafür irgendetwas tun oder gezielt expandieren müsste. Einfach bauen und hinstellen, schon braucht man sich nie wieder darum zu kümmern.

Bei der Truppenausbildung muss man allerdings umdenken, denn die ist in Fallen God etwas umständlich geraten: Alle Trollkämpfer basieren auf zwei Basiseinheiten, die im Haupthaus oder in einer Kämpferhütte ausgebildet werden. Diese Truppen schickt man anschließend in drei unterschiedliche Ausbildungslager, um sie zu spezialisieren. So wird aus einem einfachen Axtschwinger beispielsweise ein kampfstarker Krieger. Schickt man den nun ein weiteres Mal ins Trainingslager, verwandelt er sich in einen zähen Fleischberg, der Belagerungsschaden austeilt. Auf die gleiche Weise verfahren wir auch mit Fernkämpfern, Lufteinheiten und Magiern, was unnötig Zeit und Klicks kostet, bis man eine große Armee aufgestellt hat. Bei bis zu fünf beteiligten Gebäuden verliert man auch die Ressourcenkosten schneller aus dem Blick als bei anderen Völkern. Alles in allem: eher umständlich als intuitiv.

Beute und Upgrades

Davon abgesehen spielt sich Fallen God aber ziemlich komfortabel, schließlich hat man das verbesserte Interface und die vielen Einstellungsmöglichkeiten aus Soul Harvest praktisch unverändert übernommen. Dadurch bleiben allerdings auch einige Altlasten erhalten, etwa das Fehlen einer Autocast-Funktion, mit denen Truppen ihre Spezialkräfte automatisch einsetzen können. Das betrifft auch die magischen Einheiten, die Leichen verzehren müssen, um stärker zu werden – hier wird leider erst auf Knopfdruck gefuttert. Auch die teils winzigen Hotspots für Schätze, die in den detailverliebten Umgebungen gerne mal untergehen, kennen wir schon aus den Vorgängern. Man muss die Kamera also wieder häufig drehen und die Maps genau absuchen, wenn man keinen Schatz verpassen will.

Und das sollte man auch nicht, schließlich müsst ihr eure Helden regelmäßig mit neuen Waffen, Rüstungen und Schmuck ausstatten, damit sie in den Kämpfen eine Chance haben. Da die hochgewachsenen Trolle aber mit normalen Schwertern, Rüstungen und Helmen nix anfangen können, ist der Großteil der Beute für sie unbrauchbar. Deshalb gibt es nun die Möglichkeit, das Sammelzeug in verschiedene Materialen zu zerlegen, mit denen ihr euch anschließend beim Schmied neue Troll-Ausrüstung basteln könnt. Auch schaltet ihr für jeden Helden regelmäßig neue Talente frei, die verschiedene Spielweisen begünstigen. So könnt ihr eure vier Trolle beispielsweise zu effektiven Nah- oder Fernkämpfern, Naturmagiern, Unterstützern oder verschiedenen Mischklassen hochzüchten.

 

Gleichzeitig dürft ihr aber auch euren Stamm weiterentwickeln: In eurem Basislager gibt es zahlreiche Upgrades, mit denen ihr beispielsweise die Ressourcenkosten für Einheiten senken oder die Sammelrate eines Rohstoffgebäudes erhöhen könnt. Das System ist zwar denkbar langweilig präsentiert, sorgt aber zumindest dafür, dass man bis zum Schluss ordentlich beschäftigt ist.

Wo steht Spellforces 3?

Ein netter Bonus: Auf Wunsch habt ihr auch wieder die Möglichkeit, die komplette Story-Kampagne im Koop zu spielen. Und wer sich stattdessen lieber mit der KI oder anderen Spielern misst, hat dafür nun mehrere Optionen: Mit dem Release von Fallen God wurde auch zeitgleich eine neue Spielvariante namens Spellforce 3: Versus veröffentlicht. Dahinter verbirgt sich eine reine Mehrspieler-Auskopplung auf Free2Play-Basis. Ihr könnt das kostenlose Spiel einfach herunterladen, beim ersten Spielstart wird euch dann automatisch eine von drei Fraktionen (Mensch, Orks oder Elfen) zugewiesen – und zwar dauerhaft, ihr könnt die Seite danach nicht mehr wechseln. So könnt ihr bereits gegen die KI spielen und auch am Ranglistenmultiplayer teilnehmen, in dem ihr gegen andere Spellforce-3-Spieler antretet. Wollt ihr Zugriff auf die drei restlichen Völker (Dunkelelfen, Zwerge und Trolle) haben, könnt ihr für 15 Euro das Full PvP Upgrade kaufen, dadurch stehen euch alle Mehrspielerinhalte inklusive aller sechs Rassen offen. Weitere Mikrotransaktionen, versteckte Kosten oder Werbung gibt es laut THQ Nordic übrigens nicht.

Alternativ könnt ihr euch natürlich auch für eines der drei Hauptspiele entscheiden: Das Basisspiel Spellforce 3 von 2017, die Fortsetzung Soul Harvest von 2019 oder das frisch veröffentlichte Fallen God, mit denen ihr Zugriff auf die jeweiligen Völker im Multiplayer und auf die drei Singleplayer-Kampagnen bekommt.

Fazit

Nach dem runden Soul Harvest hatte ich gehofft, dass sich die Entwickler auch mit Fallen God nochmal so deutlich steigern können. Das ist leider nicht der Fall: Ich habe die 20 Stunden lange Kampagne zwar gerne durchgespielt, doch echte Begeisterung kam dabei nicht auf. Gerade im Strategie-Part hätte ich mir mehr Tiefgang erhofft, hier bringt die Troll-Fraktion leider kaum neue Impulse. Als Genre-Mix mit stärkerem RPG-Einschlag macht Fallen God aber trotzdem wieder eine gute Figur, was vor allem der ungewöhnlichen Heldentruppe und den abwechslungsreichen, wunderschönen Maps zu verdanken ist. Für meinen Geschmack geht allerdings zu viel Spielzeit für die langatmigen Dialoge drauf, hier wäre weniger mehr gewesen. Wer aber schon die beiden Vorgängerspiele mochte, dürfte sich daran wohl kaum stören. Ihr habt Spellforce 3 gerne gespielt? Dann könnt ihr auch hier bedenkenlos zuschlagen – (jetzt bei Amazon bestellen und morgen spielen) die 36 Euro ist Fallen God allemal wert.


Wer wird Millionär?

Mafia: Definitive Edition im Test

Zusammenfassung: Im Test von Mafia: Definitive Edition stellen wir fest, dass den Entwicklern von Hangar 13 ein hervorragendes Remake des achtzehn Jahre alten Klassikers gelungen ist. Mit einer guten Balance aus Modernisierung und Treue zum Original ist die Definitive Edition ein Action-Adventure für Neueinsteiger und Kenner des Originals.

Inhaltsverzeichnis

Remake eines Klassikers

Wenn man sich als Spieleentwickler an ein Remake eines Klassikers wagt, kann man eigentlich nur verlieren. Weicht man zu sehr vom Original ab, beschweren sich die Fans der ersten Stunde, die nicht mehr das von früher gewohnte Spielerlebnis bekommen. Hält man sich dagegen zu sklavisch an die Vorlage, verschreckt man vermutlich neue Spieler, die mit veraltetem Gamedesign nichts anfangen können. Es war daher auch für die Macher von Hangar 13 die Aufgabe für Mafia: Definitive Edition (jetzt bei Amazon kaufen) die richtige Balance zwischen diesen beiden Extremen zu finden.

Mafia: Definitive Edition testen

Nun hatte sich Hangar 13 vor einigen Jahren aber nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert, als Mafia 3 mit diversen technischen Problemen zu kämpfen hatte und zudem für sein repetitives Spieldesign kritisiert wurde. Aber jeder verdient eine zweite Chance und die Entwickler aus dem kalifornischen Novato haben sie genutzt. Das Remake von Mafia ist technisch rund und fasziniert erneut, wie schon das Original vor 18 Jahren, mit seiner fantastischen Geschichte. Und das nicht nur trotz, sondern gerade wegen, mutiger Veränderungen und Modernisierungen.

Zwischen Loyalität und Moral

Wir schreiben das Jahr 1938, Thomas Angelo ist ranghohes Mitglied der Mafia-Familie von Don Salieri. Aber Tommy hat ein Problem. Er hat sich seine eigene Familie zum Feind gemacht und sucht einen Weg seine Frau und Tochter vor dem Zorn des Dons zu schützen. Also vertraut er sich einem Detective der Polizei an und erzählt diesem seinen Werdegang. So beginnt die Erzählung, in der ihr erlebt wie Tommy vom einfachen Taxifahrer zu einem respektierten Mitglied der ehrenwerten Familie aufsteigt.

Schon im Original gelang es den Autoren eine intelligente Geschichte zu erzählen, in der es trotz spaßigem Action-Gameplay nicht darum geht, Gewalt und organisierte Kriminalität zu verherrlichen. Tommy ist ein durchschnittlicher Typ, der damit hadert sich auf Gangster einzulassen. Die Umstände treiben ihn aber auf diese Bahn. Auch wenn er schließlich immer mehr in das Leben als Mafiosi hineinwächst, so spürt man doch auch immer wieder seine inneren Zweifel. Diese Aspekte der Geschichte haben die Entwickler von Hangar 13 im Remake noch deutlicher herausgearbeitet.

PC Spiele Mafia: Definitive Edition

Durch erweiterte Zwischensequenzen und Dialoge wird das Bild eines tiefgründigen Charakters gezeichnet. Ein Kerl der schon mal davor zurückschreckt, jemanden kaltblütig abzuknallen und zum Beispiel generell Hemmungen hat Gewalt gegen Frauen auszuüben. Um diese moralisch vielschichtige Story zu erzählen, geben die Entwickler auch einigen Figuren mehr Gewicht und Persönlichkeit. So wird zum Beispiel die Rolle von Tommys Frau Sarah deutlicher hervorgehoben, die als sein moralischer Kompass dient. Das alles gelingt den Machern, ohne dabei die Grundessenz der ursprünglichen Geschichte zu beeinträchtigen.

Lineare Open-World

Unverändert haben die Entwickler auch den allgemeinen Aufbau des Spiels gelassen. Zwar spielt sich alles in der offenen Spielwelt von Lost Heaven ab, aber der Ablauf ist stickt linear, ohne irgendwelche Freiheiten. Zwischensequenzen, Action-Passagen und Autofahrten wechseln sich in einer harmonischen Taktung ab, so dass eigentlich nie Langeweile aufkommt. Vor allem da die Entwickler einige der Durchhänger des Originals, wie zum Beispiel die Taxi-Missionen kurz nach Spielstart, erfreulich komprimiert haben.

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Dass das Spiel einem kaum Zeit gibt vom vorgegeben Pfad abzuweichen, ist auch nicht weiter schlimm. Denn Abseits der eigentlichen Handlung gibt es in der offenen Spielwelt nicht wirklich viel zu tun. Zwar sind in Lost Heaven diverse Sammelgegenstände wie Comics, Groschenromane und Zigarettenbildchen versteckt, aber Nebenaufgaben, Minispiele oder sonstige Beschäftigungen, wie man sie aus modernen Open-World-Spielen kennt, sucht man hier vergebens.

Wer dennoch auf Entdeckungstour durch die hübsch gestaltete Stadt gehen will, kann das im sogenannten "Freie Fahrt"-Modus machen. Hier kann man sich in Ruhe die diversen Sehenswürdigkeiten anschauen. Kenner des Originals werden zudem diverse Veränderungen bei einigen Details der Stadtplanung feststellen. So hat Salieris Bar einen leicht veränderten Standort, die Rennstrecke ist etwas näher an die Stadt herangerückt und auch im Umland wurde einige Anpassungen vorgenommen. Das grundlegende Straßenlayout ist aber nach wie vor erkennbar. Leider haben die Entwickler aber nicht den "Freie Fahrt Extrem"-Modus aus dem Original übernommen. Dieser wurde seinerzeit nach dem erstmaligen Durchspielen der Geschichte zugänglich und bot diverse unterhaltsame Bonusaufträge, in denen sich unter anderem spezielle Fahrzeuge freischalten ließen.

Video Trailer

Klassisch Herausfordernd

Viel Mühe haben sich die Entwickler dafür gegeben, das Spiel auf allen Ebenen zugänglich zu machen, ohne aus den Augen zu verlieren, dass erfahrene Spieler eher eine Herausforderung suchen. Daher lässt sich das Spiel auf vielfältige Weise an die eigenen Spielbedürfnisse anpassen. Zielhilfen, Tutorials und Kameraeinstellungen sind da nur der Anfang. Zum Spielstart besteht die Auswahl aus vier verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Leicht, Mittel und Schwer unterscheiden sich in der Schwierigkeit der Gegner, in der eigenen Überlebensfähigkeit und der Aggressivität der Polizei.

Wer gegenüber dem Original die wenigsten Abstriche machen möchte, wählt dagegen den klassischen Modus. Hierbei sind Fahrzeugsteuerung und Polizeiraktion auf Simulation geschaltet und die Gegner sind noch ein wenig tödlicher. Außerdem werden hilfreiche Anzeigen im Interface reduziert. So werden zum Beispiel Feinde nicht mehr auf der Minimap dargestellt. Dass die Entwickler es mit der klassischen Einstellung ernst meinen, wird spätestens beim berüchtigten Autorennen deutlich. Während diese Mission auf normalem Schwierigkeitsgrad eine angenehm schaffbare Herausforderung darstellt, war bei uns im klassischen Modus sehr schnell das von damals bekannte Frustlevel erreicht. Die Gegner fahren gnadenlos, das Auto ist schwer zu beherrschen und einmal eingehandelter Rückstand kaum noch aufzuholen. Durch die von fünf auf drei reduzierte Anzahl der zu fahrenden Runden, wurde das Problem sogar noch verschärft, weil weniger Zeit ist, um eventuelle Fehler auszubügeln.

Computerspiele testen: Mafia: Definitive Edition

Auf der anderen Seite profitiert man im klassischen Modus bei anderen Gelegenheiten aber auch von den Änderungen am Gameplay. In den intensiven Gefechten, wo nach Möglichkeit jeder Treffer durch Gegner vermieden werden sollte, hilft es, dass Tommy jetzt geschmeidig hinter Objekten in Deckung gehen kann. So kann man sich im Schutz einer Mauer oder eines Pfeilers mal kurz erholen oder in Ruhe nachladen. Wenn es ganz brenzlig wird, kann man sogar sein Glück beim blinden feuern aus der Deckung versuchen. Allerdings sollte man dabei auch darauf achten, was die Gegner machen. Sie versuchen gelegentlich in Tommys Flanke zu gelangen, oder ihn mit Molotov-Cocktails aus seiner Deckung zu locken. Aber egal ob normaler oder klassischer Schwierigkeitsgrad, die Auseinandersetzungen sind stets packend und intensiv in Szene gesetzt.

Alles Neu für Augen und Ohren

Zum Einsatz kommt dabei die gleiche Engine, die Hangar 13 bereits in Mafia 3 verwendet hat. Der Grafikmotor wurde seitdem aber erweitert und verbessert. Vor allem wurden seine technischen Unzulänglichkeiten ausgemerzt. Litt Mafia 3 noch unter unschönen Glitches, Clipping-Fehlern und Pop-Ups, konnten wir solche Probleme in Mafia: Definitive Edition kaum noch beobachten. Neue Maßstäbe in der optischen Präsentation setzt das Spiel zwar nicht, aber mit herrlicher Lichtstimmung, tollen Wassereffekten und guten Motion-Capture-Animationen erzeugt das Spiel eine gelungene 30er-Jahre-Atmosphäre. Glücklicherweise blieben wir auch von Abstürzen verschont, die in Mafia 3 noch an der Tagesordnung waren.

Nicht sehen, aber dafür hören lassen kann sich die Soundkulisse von Mafia: Definitive Edition. Für das Remake haben die Entwickler dabei im Grunde alles neu aufgenommen. Das beginnt schon bei der Vertonung, die schon aufgrund des veränderten Scripts neu eingesprochen werden musste. Dabei kommen sowohl in der englischen als auch der deutschen Fassung nicht die gleichen Sprecher wie im Original zum Einsatz. Das tut der Qualität aber keinen Abbruch. In beiden Sprachversionen waren wir mit der Arbeit der Schauspieler sehr zufrieden. Toll auch, dass bei der deutschen Vertonung zumindest soweit möglich auf Lippensynchronität geachtet wurde.

Spielszene Mafia: Definitive Edition

Die orchestrale Musikuntermalung, die ursprünglich aus der Feder von Vladimir Simunek stammt, wurde ebenfalls aufwendig neu aufgenommen. Hinzu kommen 35 klassische Musikstück von Künstlern der damaligen Zeit wie Duke Ellington, die in den beiden Radiosendern von Lost Heaven zu hören sind. Leider handelt es sich dabei nicht um die gleiche Musik, wie sie Fans des Original gewohnt sind. Das hat lizenzrechtliche Gründen, aus denen auch schon die 2017 veröffentlichten Steam- und GOG-Versionen des Original ohne die Radiomusik auskommen mussten. Die neuen Stücke erledigen aber einen mindestens genauso guten Job, um uns in das Flair der 30er-Jahre zu versetzen.

Mafia: Definitive Edition ist ein hervorragendes Action-Adventure, das den Klassiker auf hervorragende Weise in die Moderne bringt und sowohl Neueinsteiger als auch Kenner des Originals begeistern wird. Die Story um Loyalität, Moral und Tragik fasziniert heute umso mehr, da sie noch eindringlicher inszeniert ist. Sogar Open-World-Muffel sollten dem Spiel eine Chance geben, denn es verzichten auf all den Ballast, der offene Spielwelten sonst plagt. Erhältlich ist das Remake als Einzeltitel jetzt zum Preis von 39,99 Euro bei Amazon bestellen sowie als Teil der sogenannten Mafia Trilogy. Diese enthält zusätzlich auch Mafia 2 in der Definitive Edition sowie Mafia 3 mit allen DLCs und ist zum Preis von rund 60 Euro erhältlich.

Spieltipps für Mafia: Definitive Edition

Meinung und Wertung

Man hätte bei einem Remake von Mafia relativ viel versemmeln können, die Entwickler von Hangar 13 haben aber zum Glück sehr viel richtig gemacht. Das Original ist 18 Jahre her, bei vielen also vermutlich nur noch in einer verklärten Retro-Erinnerung erhalten. Und genau da setzt die Definitive Edition an, in dem es uns ein Mafia liefert, wie man es sich als modernes Action-Adventure vorstellen würde. Klar kann es mit modernen Open-World-Genre-Vertretern vom Kaliber eines GTA oder Watch Dogs nicht mithalten, was Umfang und Spielaktivitäten angeht. Aber das will es auch gar nicht. Mafia will eine Geschichte erzählen, eine Geschichte über Familie, Freundschaft, Moral und Tragik, und das gelingt dem Spiel in exzellenter Weise. Die Veränderungen am Script, die die Macher vorgenommen haben, sind dabei kein Störfaktor, sondern tragen hervorragend noch zusätzlich zur Dramatik bei. Es muss nicht immer mehr, höher, weiter, besser sein, wie es im Open-World-Wahn der heutigen Zeit der Standard zu sein scheint. Ein stimmiges Spielerlebnis, das sich auf das wesentliche konzentriert, hat auch seine Reize. Mafia: Definitive Edition liefert mir genau das mit Bravour.


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Preview auf Assassin’s Creed: Valhalla

Zusammenfassung: Wir konnten mehrere Monate vor dem Release für unsere Hands-on-Vorschau plus Video gut drei Stunden die Welt des Nordmänner-Actionspektakels erkunden, herausfinden, was neu ist an Valhalla und was uns bekannt vorkommt und auch sonst zahlreiche Eindrücke sammeln.

Inhaltsverzeichnis

Nordengland, im Jahre 873 nach unserer Zeitrechnung. Der noch ungekrönte König Oswald von Ostanglien ist tot, ermordet von dänischen Aufwieglern. Anscheinend haben wir damit ein großes Problem, denn wir schwören, den Tod Oswalds zu rächen, den nun herrschenden Clan unter der Führung eines Mannes namens Rued auszulöschen und einen neuen, benevolenten Herrscher einzusetzen, der Oswalds Vision eines vereinten Königreichs vorantreiben soll.

Wir, das ist Eivor, ein wahlweise männlicher oder weiblicher Wikinger aus dem fernen Norwegen. Was genau uns nach Nordengland gebracht hat, wissen wir nicht, nur, dass es mit dem Krieg zusammenhängt und wir hier nach neuem Land für unser Volk suchen wollen. Auch sonst wissen wir noch nicht viel, als wir für unsere etwa dreistündige Anspielsession mit Assassin's Creed: Valhalla in Ostanglien abgesetzt werden.

Mit den Assassinen respektive deren Vorgängerorganisation der "Hidden Ones" sind wir offenbar schon in Kontakt gekommen, denn eine schicke ausfahrbare Klinge ziert unser Handgelenk. Auch wie und warum wir welche Allianzen geschlossen haben und was genau uns mit den Figuren verbindet, die wir auf unserer kleinen Reise treffen, werden wir nicht wirklich herausfinden. Stattdessen gilt: Tu, was dir beliebt – wir werden mit einer kurzen Kette von Hauptmissionen und jeder Menge Nebenaufgaben in das uns offenstehende Areal der insgesamt natürlich noch deutlich größeren Spielwelt entlassen und finden heraus, wie es sich nun also anfühlt, dieses neue Assassin's Creed.

Spiele Klassiker - Assassin´s Creed: Vahalla

Es darf wieder assassiniert werden

Die Kurzfassung: Sehr vertraut! Wer Origins und Odyssey gespielt hat, jene Teile, mit denen die Entwickler die Serie grundüberarbeitet und hin zu einem Open-World-Action-Rollenspiel á la The Witcher 3 gepolt haben, der findet sich sofort zurecht. Mit unserem per Tastendruck herbeirufbaren Pferd erforschen wir die Welt und decken allerlei Icons mit Missionen und Sammelaufgaben auf, ebenfalls mit einem Button übernehmen wir die Kontrolle über unseren uns treu begleitenden Vogel und kundschaften die Umgebung aus luftigen Höhen aus. Diesmal ist's halt ein Rabe anstatt eines Adlers wie in den beiden direkten Vorgängern.

Weiterhin steht Loot im Mittelpunkt aller unserer Erkundungen. Waffen, Rüstung, Stiefel – alles liegt rum und wartet darauf, von uns eingesackt zu werden, erneut hilft uns die sogenannte Adlersicht dabei, Objekte und Feinde auch durch Wände hindurch gut zu erkennen. Hier zeigt sich aber bereits die erste einer doch ganzen Menge kleinen und größeren Anpassungen, welche die Macher vorgenommen haben und die wohl vor allem auf das Feedback der Fans zurückzuführen sind: Offenbar sind die Unterschiede zwischen den Ausrüstungsgegenständen diesmal deutlich stärker zu spüren als vor allem in Odyssey, wo sich der wertlose und nur zum Verkauf und für Ressourcen taugliche Kram im Minutentakt angehäuft hat. Mehr noch, können wir unsere Gegenstände nun deutlich individueller upgraden und müssen das nicht sehr simpel und für horrende Summen bei Schmieden in Dörfern erledigen.

Computerspiele Assassin´s Creed: Vahalla

Auf einem ganz neuen Level

Die zweite und wohl von vielen Spielern herbeigesehnte Änderung: Mitlevelnde Feinde scheinen der Vergangenheit anzugehören. In Odyssey war es frustrierend, dass man noch so gut werden und noch so sehr im Level aufsteigen konnte, aber selbst die kleinsten und unwichtigsten Widersacher stärketechnisch fast gleichauf mit uns blieben. Der maximale Levelunterschied ließ sich im Menü ändern, aber nur geringfügig und als Folge wurden gelootete und entsprechend schwache Items erst recht wertlos.

In Valhalla verfügt Eivor nun gar nicht mehr über einen klassischen Erfahrungslevel. Stattdessen bekommen wir zwar weiterhin für alle Aktionen, die wir vollführen, XP, die dienen aber nur noch der (sehr schnell vonstattengehenden) Freischaltung von Punkten für unseren wahrlich gewaltigen Fähigkeitenbaum. Der ist weit verzweigt, lässt Schwerpunktsetzungen wie Stealth, Kampf und Jäger zu und beherbergt alle Leistungssteigerungen und neuen Fertigkeiten, die wir uns wünschen. Etwas unübersichtlich kam er uns beim Anspielen noch vor, der gute Skilltree, aber das sollte kein Problem darstellen, sobald wir mehr Zeit haben, uns damit auseinanderzusetzen.

Es wirkt, als habe man sich generell die Kritik am zu exzessiven Grinding im letzten Teil der Reihe zu Herzen genommen, welches vor allem dann unabdingbar war, wenn man lediglich der Haupthandlung folgen wollte. Kämpfe wirken nun fairer, einzelne Widersacher saugen Schaden nicht mehr wie ein Schwamm auf. Es bleibt freilich abzuwarten, wie sehr es im fertigen Spiel notwendig sein wird, ständig Erfahrung zu sammeln und vor allem ob einem als Ersatz dafür wieder einmal scheinheilig der Einsatz von Echtgeld angeboten wird. Zumindest dem bisherigen Eindruck nach wollen die Entwickler aber von einem solchen Ansatz weg.

PC Spiele im Test - Assassin´s Creed: Vahalla

Wilde, wütende Wikinger-Meute

Weil wir gerade die Kämpfe erwähnt haben: Auch hier finden sich Kenner der letzten Spiele schnell zurecht, es gibt aber auch deutliche Veränderungen. So fühlen sich die Gefechte nun wesentlich wuchtiger an als zuvor. Wenn wir mit einer Axt zuschlagen, dann spüren wir die Kraft, mit der sie auf unseren Feind einschlägt, unsere Aktionen wirken direkter und die Auswirkungen besser vorhersehbar. Wie zuvor schon schlagen wir (bei Controllersteuerung) mit den rechten Schultertasten zu und verfügen über leichte und schwere Angriffe. Nun allerdings müssen wir für eine ausgerüstete Zweitwaffe nicht mehr umständlich wechseln, sondern können diese zeitgleich mit den linken Schultertasten kontrollieren. Wer will, haut also wie ein Berserker mit zwei Äxten um sich, agiert geschickt mit Schwert in der einen und Beil in der anderen Hand oder setzt wahlweise auch auf die Defensive und rüstet sich anstatt mit einer Zweitwaffe mit einem Schild aus. Alleine durch diesen Umstand gewinnen die Kämpfe schon an Substanz.

Eine Rückkehr feiern die ausrüstbaren und bei gefüllter Leiste ausführbaren Spezialattacken. Dann rammen wir etwa einen Feind gegen die nächstgelegene Wand, vollführen einen mächtigen Sprungangriff oder sorgen mit Wurfäxten im näheren Umkreis für ordentlich Kopfschmerzen. Hinzu kommen ein (in der Demo fehleranfälliger, was wir aber auf die etwas instabile Streamingtechnologie zurückführen) Ausweich- und Konter-Move und natürlich Pfeil und Bogen. Unsere Geschossen können in wilden Schlachten genauso über Sieg und Niederlage entscheiden wie bei schleichendem Vorgehen – dazu gleich mehr.

PC Games Assassin´s Creed: Vahalla

Altes und Neues

Gelegenheit zum Kämpfen hat man genug, denn zumindest im Demoareal stand Action klar im Mittelpunkt. Das trifft vor allem auf die Raids zu, groß angelegte Stürme auf Festungen, bei denen schnelle Reflexe unabdingbar sind. Wir bearbeiten mit dem Rammbock Tore, schalten aus der Ferne Bogenschützen mit Umgebungsobjekten aus, duellieren uns mit anstürmenden Feindesgruppen und arbeiten uns auf diese Weise immer weiter vor. Neu: Unsere Gesundheit regeneriert sich nicht selbst, weder inner- noch außerhalb von Auseinandersetzungen. Stattdessen greifen wir auf Beeren und andere Nahrung zurück, die allerorten wächst und uns entweder sofort heilt oder als Vorrat zurückgehalten werden kann. Das sorgt dafür, dass man ein wenig taktischer vorgehen muss, schlussendlich läuft es aber darauf hinaus, dass man halt ständig Kram aufklaubt, mehr noch als es angesichts der Standard-Ressourcen fürs Crafting eh schon der Fall ist. Ob das schlussendlich den Spielspaß fördern wird, sei dahingestellt.

Am Ende der stets mehrphasigen Raids wartet meist ein Bosskampf auf uns. Hier spielte uns die Technik beim Anspielen einen Streich und wir mussten nach einem Crash neu laden, schlussendlich waren wir aber froh darüber. So erlebten wir diesen Moment nämlich auf zwei Arten. Beim ersten Versuch rannten wir einfach direkt drauflos und lieferten uns ein nicht ultraschweres, aber doch knackiges Gefecht. Beim zweiten Versuch hingegen kamen wir von oben und schalteten unser armes Opfer ungesehen mit der versteckten Klinge aus. Ja, auch richtig harte Widersacher lassen sich nun offenbar wieder mit nur einem Stich ins Jenseits befördern, wie es bis exklusive Origins immer der Fall war. Nun ist es lediglich vonnöten, dass man für den maximalen Schaden einen kurzen Reaktionstest besteht. Geht der schief, teilt man eben weniger Schaden aus und muss dann doch noch im normalen Kampf dran. Das ist ein guter Kompromiss aus dem neuen Verbesserungs- und Upgrade-System und dem deutlich simpleren Gameplay von anno dazumal, wie wir finden.

Kampf bei Assassin´s Creed: Vahalla

Früher war mehr Stealth

Allein, wir hoffen, dass wir unsere Stealth-Klinge auch außerhalb solcher besonders beeindruckenden Momente genügend oft zum Einsatz bringen können. Zumindest in der Demo schien es uns, als würde der Fokus klar auf Action liegen. Wenn wir mal über Feinde stolperten, die wir ungesehen ausschalten konnten, dann waren das meist nur kleine Gruppen. Große Festungen, durch die man schleicht und wo man sich diebisch freut, wenn man wie ein Schatten durch die Gegend huscht, dutzende Gegner abmurkst und alle Schätze abgesahnt, machten wir bisher noch keine ausfindig. Das mag am Demogebiet liegen, das mag daran liegen, dass wir eine solche Festung in dem durchaus großen Areal einfach nicht gefunden hatten. Trotzdem fühlten wir uns in unserer Zeit mit Valhalla einfach zu selten wie ein Assassine und hätten das Schleich-Gameplay gerne noch ausgiebiger erlebt.

Trailer

Was passiert außer Mord und Totschlag?

Intakt ist der Rollenspiel-Ansatz, der vor allem mit Odyssey in den Fokus rückte. Als wir uns durch die meisten Hauptmissionen geschlagen haben, finden wir uns inmitten einer geselligen Zusammenkunft anlässlich unseres Sieges über Rued und seine Mannen wieder. Wir dürfen Dialogoptionen treffen, entscheiden, ob wir mit einem Bewunderer ein Schäferstündchen verbringen und Evior auch sonst relativ individuell auf Figuren und Ereignisse reagieren lassen.

Vor allem aber geben wir uns auf dem Feste dem Alkohol hin und versuchen uns intoxikiert an allerlei Minispielen. Dann gilt es, trotz wackelnder Bewegungen mit Pfeil und Bogen Vasen zu treffen oder einen Waffenbruder unter den Tisch zu trinken. Als wir mit noch einiger Zeit im Gepäck nach dem Fest weiter die Welt erkunden, treffen wir auf weitere Freizeitbeschäftigungen. Die im Vorfeld hochgepriesenen "Wikinger-Rap-Battles" sind in der Praxis leider recht maue Dialoge, bei denen wir gucken müssen, was sich reimt, und ein Würfelspiel, welches wir ausprobieren wollten, wurde uns in der Demo noch vorenthalten. Immerhin können wir angeln! Trotzdem zeigt sich: Hier gibt es auch abseits des primären Pfades wieder Unmengen zu tun. Neben Minispielen stolpern wir über Sammelkram, etwa wegfliegende und zu erhaschende Dokumente, die wir das erste Mal in Assassin's Creed 3 gesehen haben. Oder wir werden mit Nebenmissionen konfrontiert, die etwa erfordern, dass wir einem alten Krieger seinen letzten Wunsch erfüllen und uns mit ihm duellieren, oder dass wir einer frechen Göre ihren Gaul zurückbringen. Gefährlich wird es bei optionalen Bossen, mysteriös, wenn wir über gruselig aussehende Kultstätten stolpern. Man nehme noch allerlei Orte zum Abklappern und Ausräumen hinzu und die Beschäftigungstherapie für Komplettisten dürfte garantiert sein.

Deutlich direkter als bisher werden übrigens die Abschnitte mit Gegenwarts-Protagonistin Layla ins Abenteuer integriert. An bestimmten Punkten stolpern wir über Fehler in der Simulationssoftware Animus, welche die Erinnerungen Eivors zum Leben erweckt, und müssen dann mit Layla seltsame, an Augmented Reality erinnernde Blockstrukturen emporklettern. Die eine Mission dieser Art, die wir ausprobieren konnten, war spielerisch leider etwas mau, wir hoffen auf etwas mehr Varianz und Kreativität im fertigen Spiel.

Nordische Riten bei Assassin´s Creed: Vahalla

Alles wie damals?

Animus-Fehler? Wegfliegende Dokumente? Kommt einem alles bekannt vor, wenn man die frühen Assassin's-Creed-Teile kennt, tatsächlich sind das aber dem bisherigen Anschein nach eher willkürliche Reminiszenzen. Valhalla atmet klar den modernen Assassin's-Creed-Geist, passt ihn aber halt in einigen Punkten an. So können wir erneut mit einem Boot herumschippern, allerdings sind Schlachten zu See offenbar Geschichte und das hübsche Ding dient primär der Fortbewegung. Das kann man positiv sehen, muss man aber nicht. Eindeutige Verbesserungen wie die Möglichkeit, mehrere Marker auf der Map zu setzen, ein wesentlich schneller auf unsere Rufe reagierendes Pferd, das nicht mehr völlig ausflippt, wenn es mit Wasser in Kontakt kommt und mehr werden aber wohl alle Spieler gutheißen und sie sorgen für ein angenehmeres, runderes Spielgefühl. Trotzdem: Wer Assassin's Creed schon bisher nicht mochte, der darf sich nur wegen des neuartigen Wikingersettings hier nicht auf einmal eine völlig andere Spielerfahrung erwarten.

Was da noch kommt

Was wir in der Demo noch nicht selbst erleben durften: Unter anderem die Schifffahrten auf hoher See, wir waren auf innerländische Gewässer beschränkt. Auch unsere Heimatgemeinde, die wir im Spielverlauf nach und nach ausbauen und verändern können, konnten wir noch nicht besuchen, ebenso die weiteren Areale neben Ostanglien, namentlich Wessex, Northumbrien und Mercien. Was wir erleben durften: Unseren Sieg über die feindlichen Kräfte in Ostanglien, die Einsetzung eines neuen, alten Königs, jede Menge Nebenaufgaben, die uns schon in unserer kurzen Zeit mit dem Spiel gehörig von unserer eigentlichen Mission ablenkten und eine gehörige Portion Assassin's-Creed-Feeling, wie man es heutzutage kennt. Muss man nicht mögen, ist aber wohl genau das, was sich Fans erwarten und erhoffen.

Assassin's Creed: Valhalla (jetzt für 58,48 € kaufen) erscheint Ende 2020 für den PC, PS4 und Xbox One, außerdem für die Next-Gen-Konsolen PS5 und Xbox Series X.



Predator: Hunting Grounds im Test

Zusammenfassung: Als Arnold Schwarzenegger durch den latainamerikanischen Dschungel irrte, wusste er nicht, dass Predator zum Klassiker werden würde. Du bist seid der ersten Stunde ein Fan von Predator? Dann kauf die das Spiel Predator: Hunting Grounds NICHT! Warum, verraten wir im Test.

Inhaltsverzeichnis

Schwach, schwächer, Predator: Hunting Grounds

Hätte der Begriff "Lizenzgurke" einen eigenen Eintrag im Wörterbuch, dann wäre der wohl definitiv mit Auszügen diverser Predator-Videospielumsetzungen bebildert. Denn seien wir mal ehrlich: Im Gegensatz zu seinen Kinoauftritten machte der Dreadlocks-tragende Schwarzenegger-Gegenspieler auf PC und Konsolen bisher keine allzu gute Figur. Die Ableger der letzten zwanzig Jahre taten sich auf Metacritic oft schwer überhaupt die 60er-Hürde zu nehmen. Peinlicher Höhepunkt war dabei wohl Predator: Concrete Jungle aus dem Jahr 20057.

Spielberichte Predator: Hunting Grounds

Die Entwickler von Illfonic wollen sich davon aber nicht abschrecken lassen und der Marke Predator noch eine Chance geben. Dabei konzentriert sich das US-Studio, das bereits mit Freitag der 13. eine namhafte Kinofilm-Lizenz in ein Spiel umwandelte, auf das, was es bisher am besten konnte: asymmetrische Multiplayer-Action. Das Ergebnis nennt sich Predator: Hunting Grounds (bei Amazon jetzt für 30,23 € kaufen), erschien am 24. April für PC und Playstation 4 und ist – so viel kann man dieser Stelle schon verraten – leider nicht der erhoffte Heilsbringer.

Ein solides Grundgerüst

Bevor wir allerdings über die diversen Schwachstellen meckern, die Hunting Grounds zu einer teils leidigen Spielerfahrung machen, wollen wir uns erst mal auf das konzentrieren, was der Titel gut macht. Per se ist die neue Predator-Versoftung nämlich kein schlechtes Spiel, das Gameplay-Grundgerüst funktioniert sogar recht gut: Ihr stellt euch mit eurem Feuerteam, einem Marine-Corps bestehend aus vier Spielern, den Gefahren des südamerikanischen Dschungels. In dem müsst ihr innerhalb von 15 Minuten eine Reihe von Missionen erledigen, dabei KI-Gegner über den Haufen ballern und dann in einem Stück von der Karte entkommen.

PC Spiele Predator: Hunting Grounds

Klingt in der Theorie einfach, entpuppt sich in der Praxis aber als echte Herausforderung. Schließlich seid ihr nicht alleine in der grünen Hölle unterwegs. Ein fünfter Spieler schlüpft stets noch in die Rolle des ikonischen Predators, der natürlich verhindern will, dass ihr heil zu eurem Hubschrauber gelangt. Dafür stehen dem Yautja-Jäger eine Reihe tödlicher Werkzeuge, fesche Parkour-Skills sowie ein Tarn- und ein Sichtmodus zur Verfügung.

Aus dieser Ausgangslage entwickelt sich ein packendes Katz-und-Maus-Spiel, das sogar einige taktische Möglichkeiten bietet. Der Predator kann beispielsweise Wildschweine töten, um sich zu heilen. Das Feuerteam darf sich wiederum mit Schlamm einschmieren, um sich zu tarnen. Zudem habt ihr in Hunting Grounds verschiedene Wege zum Ziel zu kommen: Entweder ihr schließt schnellstmöglich euren Auftrag ab oder aber ihr geht in die Offensive und werdet vom Gejagten zum Jäger. Wer den Predator erlegt und zur Forschung an das Other Worldly Life Forms Program (OWLF) übergibt, bekommt dafür nämlich ordentlich Extra-Erfahrungspunkte.

games Predator: Hunting Grounds

Grinden für'n Granatenwerfer

Mit denen steigt ihr kontinuierlich im Rang auf und schaltet so neue Gegenstände frei. In "Waffenkoffer" genannten Lootboxen findet ihr Skins und andere Cosmetics. Im Charaktermenü steht nach jedem Level-Up besseres Equipment bereit. Sowohl Marines als auch Predator verfügen über diverse Klassen mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Einige sind mehr auf Kraft oder Agilität ausgelegt, andere typische Allrounder. Zudem habt ihr die Wahl aus diversen modifizierbaren Waffen, Ausrüstungsgegenständen und Vorteilen. Das sind Perks, die etwa euren Schaden oder eure Bewegungsgeschwindigkeit erhöhen. Durch diese umfangreichen Anpassungsmöglichkeiten könnt ihr euch einen Charakter erstellen, der genau zu eurem Stil passt.

Zudem stellt die Jagd nach neuer Ausrüstung auch die größte Hauptmotivation des Spiels dar. Da es aktuell keine Leaderboards, Ranked-Matches oder Ähnliches gibt, liegt der größte Reiz von Hunting Grounds darin, das Maximallevel 100 zu erreichen und dann mit den dicken Geschützen wie MG und Granatwerfer durchs Dickicht zu ziehen. Das einzige Problem dabei: Bis ihr da mal angekommen seid, kann es echt lange dauern. Einzelne Gegenstände sind hinter krassen Levelgrenzen versteckt, zwischen Stufe 77 und 100 schaltet ihr dagegen gar nichts frei. Und auch merkliche Unterschiede gibt es kaum.

Ob ihr nun als Sturmsoldat oder Scout über die Map huscht, beeinflusst das Spielgefühl nur marginal. Ihr habt dann eben ein wenig mehr Ausdauer, Gesundheit oder Tragevermögen. Auch die Knarren steuern sich gefühlt alle gleich. Rückstoß gibt es keinen, selbst mit der Schrotflinte trefft ihr noch problemlos auf weite Distanzen – zumindest, wenn euch die unpräzise Controller-Steuerung keinen Strich durch die Rechnung macht.

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Der König des Dschungels?

Dese Probleme bei der Feinjustierung ziehen sich auch in andere Bereiche des Spiels durch: Das unausgereifte Balancing hat sich seit der Beta vor knapp einem Monat etwa fast gar nicht verbessert. Der Predator schnauft noch immer wie eine Dampflock und ist trotz Tarnmodus für das Feuerteam gut sichtbar. Entsprechend haben die Marines kein Problem, sich gegen Alien-Angriffe zu erwehren. Zumal keines der Ziele, die ihr auf den gerade mal drei Karten erfüllen müsst, von euch verlangt, dass ihr euch mal aufteilt, sodass ihr zu viert stets die Oberhand im Kampf behaltet.

Und selbst wenn es mal einen Kameraden erwischt hat, keine Sorge: Die Entwickler von Illfonic haben die Möglichkeit eingebaut, Verstärkung anzufordern. Schafft ihr es einen Funkspruch abzusetzen und knapp 60 Sekunden zu überleben, wird euer komplettes Team wiederhergestellt – mit voller Munition und vollen Gesundheitspunkten. Das ist exakt so fair, wie es klingt. Hinzu kommen einige neue Ärgernisse: Aufgrund eines Bugs war es zeitweise möglich, den Predator durch Nahkampfangriffe zu stunnen und dann zu Tode zu messern. Aufgrund kaputter Kollisionsabfrage kam es auch mal vor, dass Blätter Schüsse aus dem Plasmawerfer blockten.

Obendrauf kommt ständiger Ärger mit dem Matchmaking: Das funktioniert dank nun aktivierter Crossplay-Funktion, die auch Partys über mehrere Plattformen hinweg erlaubt, zumindest ein Stückchen besser als in der Trial-Version. Außerdem bekommt ihr beim Start der Spielsuche nun angezeigt, wie lange diese grob dauern wird. Diese Zahl kann aber stark irreführend sein. Wir saßen trotz prognostizierter 40 Sekunden auch schon mal über zehn Minuten in der Warteschleife.

Predator: Hunting Grounds

Geduld zahlt sich nicht aus

Wer den Predator spielen will, muss übrigens besonders viel Geduld mitbringen. Hier liegt die Wartezeit bei mindestens fünf Minuten. Und selbst dann versichert euch niemand, dass ihr in eine volle Lobby kommt. So entstehen auch 2vs1- oder 3vs1-Gefechte, in denen der Predator klare Vorteile hat. Wenn Spieler während der laufenden Partie aussteigen und so das Kräfteverhältnis negativ beeinflussen, zieht das übrigens keinerlei Konsequenzen nach sich. Quitter werden nicht bestraft. Dedizierte Server gibt es auch keine, sodass unsere Latenz zeitweise über 120 ms lag.

Die Krönung des Ganzen ist dann schließlich die furchtbare Grafik. Predator: Hunting Grounds wirkt stets matschig unscharf und leidet unter Pop-Ins oder einer schlechten Framerate. Zudem bietet der Titel überhaupt gar keine Einstellungsmöglichkeiten: Weder der Bewegungsunschärfe-Effekt, noch die Filmkörnung oder das Sichtfeld lassen sich anpassen. Auch das aufdringliche HUD ist nicht abschaltbar, sodass euch als Predator jeder erklimmbare Baum rot hervorgehoben wird. Das hätte man auch irgendwie subtiler lösen können.

Abgerundet wird das negative Gesamtbild durch weitere Punkte wie unzureichende Tutorials, eine strohdoofe Gegner-KI, langweilige Missionen und eine nur begrenzt individualisierbare PC-Tastenbelegung – ziemlich viele Makel für ein einzelnes Spiel. Zur Verteidigung der Entwickler muss man natürlich dazu sagen, dass die mittlerweile mit Patches nachgeholfen haben. So wurden etwa einige Waffen generft oder die Kollisionsabfrage der Blätter gefixt. Der erste Eindruck ist aber nun mal der wichtigste. Und nach unseren bisherigen Erfahrungen mit Predator: Hunting Grounds haben wir irgendwie nur wenig Lust, uns noch einmal in die Schlacht zu stürzen – mögliche Verbesserungen hin oder her.

PC Spiele Predator: Hunting Grounds

Fazit

Bereits in der Beta-Phase vor einem knappen Monat offenbarte Predator: Hunting Grounds einige eklatante Probleme – allen voran das unausgewogene Balancing sowie diverse technische Makel. Diese sind in der finalen Version des Spiels leider noch immer präsent und sorgen so für eine insgesamt unbefriedigende Spielerfahrung. Als Feuerteam fühlt man sich angesichts der langweiligen Missionen und strunzdummen KI-Gegner unterfordert, als Predator (sofern man denn mal endlich eine Partie mit ihm spielen darf) vollkommen überfordert. Das ist unglaublich schade, denn die Film-Lizenz in Verbindung mit dem asymmetrischen Multiplayer-Ansatz hätten durchaus Potenzial gehabt. Hier fehlt aber einfach der Feinschliff. Natürlich kann Illfonic den in den kommenden Wochen durch Patches noch nachliefern. Viele Spieler (mich eingeschlossen) wird das bisher Gesehene aber abgeschreckt haben, sodass der Titel einer recht unsicheren Zukunft entgegensieht.


Wer wird Millionär?

Preview auf Builders of Egypt

Zusammenfassung: Ganz in der Tradition der alten Sierra-Aufbauspiele entführt euch Builders of Egypt in die Antike, wo es gilt blühende Städte und eine florierende Wirtschaft entlang des Nils aufzubauen. Wir haben uns die Early-Access-Fassung des ambitionierten Ein-Mann-Projekts einmal angeschaut.

Inhaltsverzeichnis

In der Tradition von Zivilisation

Ende der 90er-Jahre, Anfang der 2000er gab es eine ziemlich beliebte Kategorie von Aufbauspielen, die sich um antike Zivilisationen drehten. Allen voran dürften die meisten dabei vor allem die Spiele von Impression Games und Sierra Studios mit Titeln wie Caesar 1-3, Pharaoh und Zeus: Master of Olympus kennen. Als Herrscher der Römer, Ägypter oder Griechen ging es in diesen Spielen darum florierende antike Städte zu errichten und wirtschaftlich erfolgreich zu machen. In diese Fußstapfen möchte noch in diesem Jahr Builders of Egypt treten.

PC Spiele: Builder of Egypt

Bereits bei einem Blick auf die ersten Screenshots des Projekts, wird die Inspiration bei Vorlagen wie Pharaoh deutlich. Hinter den Entwicklern Namens Strategy Labs verbirgt sich einziger Entwickler, der seit mindestens über zwei Jahren an dem Projekt arbeitet. Seit einigen Wochen ist das Spiel auf der Spiele-Plattform Steam bereits im Early Access verfügbar. Allerdings nicht wie üblich mit einer vorab erwerbaren Version des Spiels, sondern mit einem kostenlosen sogenannten Prolog. Darin bietet eine noch recht beschränkte Mission einen ersten Einblick in das Spiel.

Hübsches Niltal

Für das fertige Spiel hat sich der Entwickler ambitionierte Ziele gesteckt. So soll Builders of Egypt die gesamte Geschichte von der prädynastischen Entstehungszeit des alten Ägyptens bis zu seinem Untergang mit dem Tod von Kleopatra VII abdecken – immerhin eine Zeitspanne von nahezu 4.000 Jahren. Um das optisch modern in Szene zu setzen, kommt die Unreal Engine zum Einsatz. Es wird zwar wie gewohnt meist aus einer isometrischen Ansicht gespielt, die Kamera kann aber jederzeit frei gedreht und gezoomt werden.

Computerspiel: Builder of Egypt

So fällt uns zum Start der Early-Access-Version direkt die schicke Nil-Landschaft mit stimmungsvollen Licht- und Schatteneffekten sowie hübscher Wasseranimation ins Auge. Auch die Vegetation, die hier hauptsächlich aus Palmen besteht, schwingt sanft vor sich hin. Bei den Gebäuden wären ein paar höher aufgelöste Texturen aber vielleicht nicht schlecht. Das sieht zumindest Teilweise noch ein wenig unscharf aus. Das kann aber auch daran liegen, dass in der Demo nur ein paar rudimentäre Bauten aus Lehm zur Verfügung stehen. Aufwändig dekorierte und bemalte Gebäude, gibt es da noch nicht zu bewundern.

Video

Gewohnter Stadtaufbau

Los geht es mit den für das Genre üblichen ersten Schritten. Wir legen ein paar Straßen an, platzieren Wohnhäuser für die ersten Siedler und bauen einen Brunnen für deren Wasserversorgung. Damit bedienen wir auch gleichzeitig die erste Voraussetzung für das Upgrade der Häuser. Wohngebäude können ein gutes Dutzend an Stufen aufsteigen, wodurch sich ihre Kapazität stetig erhöht. Jede Stufe erfordert jedoch immer aufwändigere Annehmlichkeiten. Sind es zunächst nur Wasser und Nahrungsversorgung, erwarten die Bewohner auf Stufe drei bereits den Zugang zu Tempeln. Diese stehen uns in dieser Version des Spiels jedoch noch nicht zur Verfügung.

Zur Versorgung unserer Einwohner bauen wir an der Küste einen Fischereidock sowie ein paar Getreidefarmen. Wie für Ägypten üblich, müssen letztere in den fruchtbaren Überschwemmungsgebieten des Nils angelegt werden. Diese Bereiche der Karte stehen immer für einige Zeit unter Wasser. Danach werfen die Felder dafür gute Erträge an Getreide und Stroh ab. Während das Korn in einer Kornkammer gelagert und über Märkte an die Bevölkerung verteilt wird, wandert das Stroh in ein Warenlager.

Gebrauchen können wir das Heu im einzigen Produktionszweig, der im Prolog zur Verfügung steht. Dabei dreht sich alles um die Abbau und die Verarbeitung von Ton. Wir errichten in entsprechend geeigneter Lage eine Tongrube und direkt daneben eine Ziegelei. Diese stellt aus dem gewonnenen Ton und dem Stroh dann Ziegel her. Außerdem können wir noch eine Töpferei errichten, die aus Ton Keramik herstellt. Für diese Waren gibt es während der Demo allerdings noch nicht wirklich einen Nutzen, außer für das Missionsziel, für das wir unter anderem eine bestimmte Menge an Keramik herstellen müssen.

Games Preview: Builder of Egypt

Brot als Gehalt

Die Ziegel dagegen dienen uns für den Export. Neben der von uns gerade gespielten Stadt besteht das Reich der Ägypter natürlich noch aus anderen Siedlungen. Um mit diesen Niederlassungen Beziehungen aufzubauen, wechseln wir auf eine Übersichtskarte. In der Demo steht uns hier die Stadt Abydos als Handelspartner zur Verfügung. Dazu richten wir einfach ein Handelsabkommen ein und legen unsere Ziegel als Exportware fest. In der Folge kommt nun Regelmäßig ein Händler in unserer Stadt vorbei und kauf aus unseren Lagern unsere Ziegel.

Auf diese Weise füllen wir unsere Staatskasse wieder auf, die durch Bauvorhaben und das Gehalt der Arbeiter belastet wird. Nun kanten die alten Ägypter allerdings noch nicht das Konzept von Geld. Stattdessen werden Arbeitskräfte (und damit verbunden auch die Errichtung von Gebäuden) mit Brot und Bier bezahlt. Das ist auf der einen Seite zwar historisch akkurat, führt aber auf der anderen Seite zu gewissen Logikprobleme. So bezahlen wir unsere Untertanen zwar mit Brot, aber zu deren Nahrungsversorgung trägt das komischerweise nicht bei. Auch können wir Brot soweit bisher im Spiel ersichtlich nur durch Handel erhalten. Dabei bauen wir doch aber Getreide an. Da wäre es ja eigentlich nur logisch direkt dazu eine Bäckerei zu bauen. Hier sollte der Entwickler sich vielleicht noch einmal Gedanken machen, wie man das Währungsproblem etwas besser lösen kann, ohne solche Ungereimtheiten hervorzurufen.

Um wirklich alle Feinheiten des Wirtschaftssystems eines solchen Aufbauspiels beurteilen zu können, ist die derzeit spielbare Version allerdings auch viel zu eingeschränkt. Das bisher Spielbare umfasst nicht viel mehr als die ersten Schritte. Ein gewisses Potential lässt das Spiel aber durchaus schon erkennen. Die Liste der möglichen Handelsgüter, die man bereits im Warenlager oder im Handelsmenü sehen kann, deutet auf einige interessante Warenketten hin. Wir sind gespannt zu sehen, welche Herausforderungen auf Freizeit-Pharaonen warten, die Monumentalbauten wie Pyramiden in Angriff nehmen wollen. Der Entwickler verspricht die bisherige Early-Access-Version in den kommenden Wochen und Monaten auszubauen. Wann das Spiel aber final erscheinen soll, ist noch nicht bekannt.



Sniper Ghost Warrior Contracts im Test

Zusammenfassung: Die Sniper-Ghost-Warrior-Reihe steht schon seit längerem für Mittelmaß und blieb seither im Schatten von Konkurrent Sniper Elite. Besonders für den dritten Teil gab es scharfe Kritik für die schlechte Umsetzung und die unpassend integrierte Open World. Mit Sniper Ghost Warrior Contracts scheint sich Entwickler CI Games wieder etwas zu fangen und hat was für digitale Hobbyschützen zu bieten.

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Ab nach Sibirien

Mit Sniper Ghost Warrior Contracts (jetzt für 29,00 € kaufen) versucht das polnische CI Games einen neuen Ansatz und lässt viele Fehler seines Vorgängers hinter sich. Leider bleibt es weiterhin durch seine zahlreichen Macken hinter seinen Möglichkeiten, wie auch hinter den Qualitäten eines Sniper Elite 4. Dennoch bietet es für Genre-Liebhaber eine Menge Spaß mit dem Scharfschützengewehr und zeichnet zugleich ein positives Bild für die Zukunft. Als maskierter Söldner begeben wir uns nach Sibirien, um die Aufträge unserer Auftragsgeber zu erfüllen.

Computerspiele: Sniper Ghost Warrior Contracts

Unstimmiger Anfang

Das Spiel beginnt mit einer ziemlichen Spaßbremse. Im Tutorial wird nämlich vieles nur unzureichend oder gar nicht gelehrt. Wir lernen zwar die wichtigen Aspekte der eigenen High-Tech-Maske und auch wie man sich korrekt mit dem Scharfschützengewehr an die Windgeschwindigkeit wie auch die Entfernung des Gegners anpasst. Dann schickt uns das Spiel aber direkt in die Missionen, was den einen oder anderen etwas überfordern könnte. Wichtige Aspekte wie Schleichtötungen, Gegnerbefragungen oder die Sabotage von Anlagen werden in langweiligen Textblöcken präsentiert, die den Spielfluss nur ausbremsen.

PC Games im Test: Sniper Ghost Warrior Contracts

Endlich wieder einzelne Gebiete

Der Entwickler hat sich zum Glück von dem Open-World-Konzept des Vorgängers getrennt, stattdessen erhalten wir in Sniper Ghost Warrior Contracts fünf recht weitläufige Gebiete, doch das erste Level ist direkt mal das ärgerlichste. In einer kargen Schneelandschaft kämpfen wir uns durch Militärbasen, in welchen sich unsere Missionsziele befinden. Die Sicht ist schlecht, der Schneesturm stört nur und die Grafik ist obendrein viel zu überholt, um wirklich beeindruckend zu sein. Die restlichen Gebiete zeigen aber mehr Abwechslungen in Form von Häfen, Waldgebieten oder prunkvollen Villen.

Trailer

Agent 47 light

Wo der Spaß an Fahrt gewinnt, sind die Vorgehensweisen bei unseren Aufträgen. Dabei können wir sogar recht kreativ erarbeiten, wie genau wir uns einen Weg zum Zielobjekt bahnen wollen. Erledigen wir vorher alle Feinde aus der Ferne mit unserem Scharfschützengewehr? Schleichen wir uns durch enge Schächte und dunkle Ecken direkt zum Ziel? Vollführen wir auf dem Weg Schleichtötungen oder konzentrieren wir uns ganz auf unsere Mission? In jedem Fall heißt es aber oft Geduld zeigen, denn die Gegnerpatrouillen sollten wir stets im Auge behalten. Wird man selbst entdeckt, hagelt es Blei. Aber auch wenn ein erledigter Gegner von einem seiner Kameraden entdeckt wird, begeben sich die Feinde in Alarmbereitschaft. Bei der Scharfschützen-Action ist dabei eindeutig die Kugel-Kamera der Star. Zugegeben: Die Kugelverfolgung auf weit entfernte Ziele hat durchaus coole Momente. Jedoch lässt die lasche Optik die Splatter-Effekte nicht wirklich eindrucksvoll aussehen.

Neben unserem Standard-Arsenal können wir Geld, das wir durch das Abschließen von Missionen erhalten, in Talente sowie Ausrüstung investieren. Wir können beispielsweise unsere Schleichfertigkeiten erhöhen, Waffen verbessern oder unsere Analysefertigkeiten mit unserer Maske erweitern. Dabei sei erwähnt, dass es unterschiedliche Währungen gibt, die man durch verschiedene Missionsaktivitäten erhält. Neben den Hauptaufgaben gibt es nämlich auf jeder Karte noch zusätzliche Unternehmungen wie Kopfgeldjagden, Sammelobjekte oder etliche Vorgaben, auf welche Weisen man Feinde erledigen soll. Um von einem Level ins nächste zu gelangen, reicht es jedoch die Hauptaufträge abzuschließen. Das Spielprinzip von Scharfschützen-Action, Schleichtötungen und Sabotagen ist bei Contract grundsolide, doch es gibt leider viele Macken, die es uns schwer gemacht haben, das Spiel letztlich ins Herz zu schließen.

PC Spiele im Test: Sniper Ghost Warrior Contracts

Die großen Spaßkiller

Wie bereits beim Design der Gebiete erwähnt, entspricht Contract grafisch nicht wirklich einem Spiel im Jahre 2019 und die verwendete Cryengine wird nicht annähernd in ihrem Potenzial ausgeschöpft. Die Umgebung wirkt oftmals matschig und die Lichteffekte sind nicht wirklich eindrucksvoll. Beim Thema Feinde ist zu bemängeln, dass die KI da viel zu simpel ist. Selbst wenn man entdeckt wird, verlieren Feinde recht schnell das Interesse, sobald man den eigenen Standort nur ein Stückweit wechselt. Man kann zwar vor jeder Mission zwischen drei Schwierigkeitsgraden wählen, doch bis auf erhöhten Schaden von Gegnern und einem verbesserten Entdeckungssystem ändert sich nichts. Mit Abstand am nervigsten waren aber die technischen Probleme, die uns in der PS4-Version begegnet sind – Spielabstürze oder auch Menüfehler waren dabei an vorderster Front. Erste Patches haben bereits grobe Fehler behoben, fehlerfrei ist Sniper Ghost Warrior Contracts jedoch nicht. Da es keine Option gibt, um manuell zu speichern, kann der ein oder andere Spielfehler die eigene Progression weit zurückwerfen.

Leider sind es nicht nur die KI und die Technik, die das Spiel ausbremsen, sondern ebenso konkrete Spielmechaniken. So gibt es in jedem Gebiet Schnellreiseoptionen mit denen wir schnell in die Nähe eines Missionsgebiets transportiert werden. Das wirkt erstmal positiv, doch sobald wir einen der vielen Hauptaufträge abgeschlossen haben, können wir die Schnellreise nicht mehr nutzen und müssen durch die gesamte Karte zu Fuß laufen. Verlassen wir das Gebiet, erhalten wir die Belohnungen für die bisher erledigten Missionen. Man aber kann erst in das nächste Level, wenn alle Hauptaufträge erledigt wurden. Das Level kann man jedoch bereits ab der ersten erledigten Aufgabe verlassen – das kann anfänglich für ziemliche Verwirrung sorgen. Zudem ist wohl das Sound-Design einer unserer größten Feinde. Wir konnten anhand der Akustik kaum ausmachen, in welcher Richtung und wie weit entfernt sich ein Feind befindet.

Review Sniper Ghost Warrior Contracts

Also ist es schlecht?

Zur Story sei gesagt, dass sie recht uninteressant ist und mit Bio-Waffen, Gen-Experimenten und Widerstandsbewegungen genügend Die Markierungen auf der Karte helfen uns bei der Orientierung, auch wenn die Kartensteuerung an sich etwas verkorkst ist. Wer hier aber eine spannende und wendungsreiche Handlung erwartert, wird enttäuscht. Man merkt hier und auch überall im Spiel, dass Contracts weit hinter dem bleibt, was möglich gewesen wäre – insbesondere wenn man zum großen Konkurrenten Sniper Elite blickt. Dennoch stellt das Spiel einen großen Fortschritt im Vergleich zum Vorgänger dar und baut seine Stärken an den richtigen Stellen aus, wenn man es über das erste Level hinausgeschafft hat. Die technischen Probleme, die schwache Grafik und spielerische Schwierigkeiten lassen das Spiel nicht wirklich über Mittelmaß hinausgehe, doch es bietet für Schleich- und Sniperfreunde eine große Menge Spaß. Auch wenn regelmäßiges Gefluche über unsere Lippen kam, im Gesamtpaket hat sich der Shooter als unterhaltsame Abwechslung herausgestellt. Die vielen Fehler und Unzulänglichkeiten verzeiht man Sniper Ghost Warrior Contracts ein wenig im Anbetracht des relativ günstigen Preises, empfehlenswert ist es aber nur für Genre-Fans.



Age of Empires 2

Zusammenfassung: Vor 20 Jahren galt Age of Empires 2 als eines der besten Echtzeitstrategiespiele. Mit der Definitive Edition kehrt der Klassiker nun auf unserer PCs in einer optisch modernisierten Fassung zurück. Wir klären im Test, ob das Spiel noch immer so begeistert wie damals und auf was sich Kenner des Originals einstellen müssen.

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Völker der Welt

Nachdem der Vorgänger antike Zivilisationen von der Steinzeit bis zur Eisenzeit in den Mittelpunkt stellt, drehte sich in Age of Empires 2 (jetzt gleich Age of Empires 2 bei Amazon bestellen) alles um das Mittelalter – also der Zeit vom Niedergang des römischen Reiches um 500 n. Chr. bis ungefähr zum Ende des 15. Jahrhunderts. Entsprechend Die Geschichte der Kampagnen wird wie gewohnt mit einigen Texten und Zeichnungen vor und nach den jeweiligen Missionen erzählt. Die Texte wurde dabei komplett neu und ansprechend vertont. übernimmt der Spieler die Kontrolle über diverse bekannte Völker dieser Zeit, darunter die Franken, Goten, Mongolen und Teutonen. In der Urfassung des Spiels waren 13 Völker enthalten. In fünf Kampagnen erlebte man die Geschichte von historischen Persönlichkeiten wie Johanna von Orleans, Dschingis Khan und Kaiser Friedrich Barbarossa.

Spielkarte Age of Empire 2

Schaut man sich dagegen den Umfang der Definitive Edition an, erscheint das Original fast schon recht Inhaltsarm. Für die Neuauflage haben die Entwickler nämlich sämtliche jemals für die Urfassung sowie die HD-Version erschienenen Erweiterungen ins Spiel integriert und zudem noch komplett neue Inhalte erschaffen. Das hebt die Zahl der spielbaren Völker auf erstaunliche 35. Darunter weniger bekannte Nationen wie die Ungarn, Khmer und Tartaren. Zusätzlich steigt die Zahl der Kampagnen auf 27 Feldzüge, die euch rund um die Welt führen. Allein damit ist also schon für hunderte Stunden an abwechslungsreichem Spielspaß gesorgt.

Freude am Zerstören

Damit diese Freude am mittelalterlichen Erobern auch wirklich aufkommt, haben sich die Entwickler mächtig ins Zeug gelegt, um aus der betagten Engine eine moderne 2D-Optik heraus zu holen. Dazu wurden erneut sämtliche Sprites und Grafikbausteine einer Generalüberholung unterzogen. Heraus gekommen ist ein wunderschöner Look, der einem das Gefühl von Vertrautheit gibt, in dem er das Spiel so abbildet, wie man es sich in seinen Erinnerungen bewahrt hat. In Wahrheit sähe das Original für den heutigen Betrachter aber ziemlich schäbig aus. Hochauflösende Texturen und Auflösungen bis zu 4k mit mehreren Zoomstufen sorgen für einen optischen Leckerbissen.

PC Spiele Klassiker: Age of Empire 2

Am beeindruckensten sind dabei die schicken Zerstörungsanimationen von Gebäuden. Wenn eine Burg oder gar das Wunder des Feindes nach verlustreichem Kampf spektakulär in sich zusammenfällt, stellt sich durchaus ein befriedigendes Gefühl ein. Für den guten optischen Gesamteindruck sorgt auch das überarbeitete User Interface, das einerseits etwas entschlackt wurde und andererseits mit hübschen Details versehen wurde, um das aktuell gespielte Volk zu repräsentieren.

Video

Alt und doch neu

Nahezu unverändert ist glücklicherweise aber das gewohnt fantastische Gameplay. Wir schicken Dorfbewohner aus, um Holz, Nahrung, Gold und Steine zu sammeln sowie die Gebäude unserer Basis zu errichten. Die gesammelten Rohstoffe investieren wir nicht nur in neue Gebäude und die Ausbildung frischer Kampfeinheiten, ein Großteil wandert auch in die Erforschung neuer Technologien. Wie schon im Vorgänger bewegen wir uns dabei durch vier verschiedene Entwicklungsstufen von der Dunklen Zeit bis hin zur Imperialen Zeit. Jeder Stufenaufstieg schaltet dabei neue In der Mühle aktivieren wir die automatische Feldeinsaat, wodurch wir uns nicht mehr um die Felder kümmern brauchen, solange wir genug Holz haben. fortschrittlichere Technologien zum Erforschen frei. Die Wahl des Volkes hat dabei Auswirkungen darauf, welche Entwicklungen zur Verfügung stehen. So haben die Teutonen zum Beispiel bis auf den traditionellen Ritter (ausbaubar zum Paladin) keine wirklich ausgeprägte Reiterei. Dafür schicken sie besonders starke Infanterie wie den Deutschritter ins Felde. Die Einheitenvielfalt ist jedoch groß genug, dass sich keines der Völker über mangelnde taktische Möglichkeiten beklagen braucht.

Gänzlich auf Eingriffe in die Spielmechaniken haben die Entwickler dann aber nicht verzichtet. Im Fokus ihrer Verbesserungsansätze standen vor allem Features, die das Leben des Spielers etwas angenehmer gestalten. So kann in der Mühle jetzt eine Automatik aktiviert werden, mit der Bauern ihre Felder selbstständig erneuern, solange genügend Holz vorrätig ist. Außerdem lassen sich jetzt die Erforschung von Technologien und der Bau von Einheiten in eine Warteschlange einreihen, die nacheinander abgearbeitet wird. Beides lässt sich dabei sogar miteinander kombinieren. Wenn wir mit der Maus einen Rahmen um unsere Einheiten ziehen, um eine ganze Armee auszuwählen, werden dabei nun Dorfbewohner ignoriert, was die Auswahl von ausschließlich Kampfeinheiten deutlich vereinfacht. All diese Änderungen haben keine große Auswirkung auf das vertraute Spielgefühl, sorgen aber in der Summer für eine deutlich angenehmere Handhabung.

Du kannst dich richtig austoben

Zum Umfang des Spiels gehört neben den bereits genannten unzähligen Kampagnen und Völkern natürlich noch ein paar mehr Modi. Bekannt aus dem Original ist dabei der Skirmish-Modus, in dem ihr frei die Parameter eine Partie bestimmen könnt. Diese Partien können allein gegen KI-Gegner Die mächtigen Editoren setzen eurer Kreativität kaum Grenzen. Das dürfte auf lange Sicht für immer neue von Fans entworfene Inhalte sorgen. Der Multiplayer findet Online über das Xbox-Live-Netzwerk statt und erlaubt dabei sogar Crossplay zwischen Steam und dem Windows Store. Die im Original noch vorhandene Möglichkeit über lokales LAN zu spielen, ist nicht mehr dabei. Dafür haben die Entwickler die gesamte Mehrspieler-Umgebung mit modernen Features wie Ranglisten, einer Clan-Funktion sowie einem Zuschauer-Modus erweitert.

Schlacht bei Age of Empire 2

Neu in der Definitive Edition sind sogenannten historische Schlachten und "Die Kunst des Krieges". Bei den historischen Schlachten könnt ihr abseits der Kampagnen 16 einzelnen Missionen spielen, die berühmten Kämpfen des Mittelalters nachempfunden sind. Darunter die Schlacht von Hastings mit William dem Eroberer oder die Vinlandsaga, bei der ihr mit Erik dem Roten zu neuen Ufern aufbrecht. Bei "Die Kunst des Krieges" geht es um spezielle Herausforderungen basierend auf den strategischen Weisheiten von Sun Tzu, dem Autor des gleichnamigen Buches. So gilt es zum Beispiel in kürzester Zeit eine funktionierende Wirtschaft aufzubauen und innerhalb von acht Minuten in die Feudalzeit voranzuschreiten. Oder wir sollen schnelle Angriffen auf den Gegner innerhalb kürzester Zeit dessen Dorfbewohner dezimieren.

Wem dieser enorme Umfang noch nicht ausreicht, der kann sich an der Erstellung eigener Inhalte versuchen. Im Spiel ist wieder ein Szenario- und Kampagnen-Editor enthalten. In ersterem steht die komplette umfangreiche Bibliothek von Spielobjekten zur Verfügung, um eigene Karten zu erstellen. Neben der optischen Gestaltung der Schlachtfelder lassen sich weitreichende Bedingungen und Scripte einstellen, um richtige Missionen zu entwerfen. Im Kampagnen-Editor lassen sich die einzelnen Szenarien dann zu zusammenhängenden Feldzügen zusammenbauen. Neben den spielinternen Editoren unterstütz das Spiel auch eine eifrige Mod-Community.

Fazit

Auch mit der zweiten Definitive Edition für die Age-Reihe stellen die Entwickler von Forgotten Empires wieder unter Beweis, wie zeitlos diese Echtzeitstrategiespiele sind. Age of Empires 2 war vor 20 Jahren der ultimative Primus des Genres und hat heute wenig von dieser Faszination verloren. Dank der aufpolierten Grafik und einigen an die Moderne angepassten Details macht mir das Spiel so viel Spaß wie damals. Natürlich fällt es auch aufgrund der sehr vor sich dahinsiechenden Echtzeitstrategie nicht sonderlich schwer als Highlight zu glänzen. Es zeigt aber auch deutlich, wie wenig Spiele bis heute diese Klasse erreichen konnten. Ich ziehe eine behäbige Partie Age of Empires den modernen, flotten, nur auf Action getrimmten Vertretern des Genres jedenfalls jederzeit vor. Mit dieser eindrucksvollen Erinnerung daran, wie großartig Age of Empires 2 schon damals war und noch immer ist, legen die Entwickler allerdings auch eine sehr hohe Messlatte vor, an der sich das Team von Relic für den vierten Teil der Reihe wird messen lassen müssen.


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