Call of Duty – WW2

Call of Duty Trailer
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In der Vergangenheit grüßte jedes Jahr das Murmeltier – kurz vor Weihnachten kam ein neues Kapitel von Call of Duty mit noch mehr Robotern, Drohnen und Cyber-Waffen auf den Markt. Viele Spieler kritisierten die großen grafischen und spielerischen Ähnlichkeiten zwischen den einzelnen Ablegern – und doch war Call of Duty ein Goldesel für den Publisher Activision.

Die Zeichen der Zeit wurden aber erkannt. Anstatt einen weiteren Zukunftsableger zu entwickeln, begann Sledgehammer Games nämlich mit den Arbeiten an Call of Duty: WW2.

Call of Duty WW2 in der Vorschau: Kameraden gehen vor!

Activision hat über einen Live-Stream das nächste Call of Duty enthüllt. Dieses Mal geht es sozusagen zurück zu den Wurzeln der Serie, nämlich auf die Schlachtfelder des Zweiten Weltkriegs. In Call of Duty: WW2 begleiten wir eine kleine amerikanische Einheit, die "One Squad", von der Normandie-Landung über die Eroberung von Paris bis zu ihren letzten Gefechten in Deutschland. Dabei wollen die Entwickler nicht eine weitere Heldengeschichte erzählen, sondern allen voran die Kameradschaft zwischen den Soldaten in den Mittelpunkt der Kampagne stellen. Nicht umsonst hätten die meisten Weltkriegsveteranen auf beiden Seiten über ihre Kameraden und ihre Heldentaten berichtet, aber nur selten mit ihren eigenen Leistungen geprahlt – so fasste Studiogründer Michael Condrey die Beweggründe für die Entscheidung treffend zusammen. Daher werden wir nicht nur den Hauptprotagonisten Red Daniels richtig gut kennenlernen, sondern innerhalb der Kampagne ebenso seine Squad-Mitglieder. Zudem wollen die Entwickler auch die Perspektive der anderen alliierten Soldaten rüberbringen und so könnte es sein, dass wir in einer Mission auch mal in die Haut einer französischen Widerstandskämpferin schlüpfen dürfen. In die Rolle eines deutschen Wehrmachtssoldaten werden wir hingegen nicht zu den Schlachtfeldern geschickt. Diese Entscheidung können wir bei einem Call of Duty gut nachvollziehen, da die Serie bislang selten den Anspruch hatte, moralisch komplexe Sachverhalte innerhalb ihrer auf Action getrimmten Kampagnen zu servieren.

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Doch eines ist den Entwicklern ebenso wichtig wie die Kameradschaft: Sledgehammer will mit Call of Duty – WW2 einer neuen Generation von Spielern die brutale Realität des Weltkrieges näherbringen. Das leuchtet auch uns ein: Zehn Jahre nach dem letzten Call of Duty im Zweiten Weltkrieg kann man tatsächlich davon ausgehen, dass ein guter Teil der Spieler von heute nie oder nur am Rande mit den etlichen Medal of Honors und Konsorten in Berührung gekommen ist. Aber auch sogenannte Spieleveteranen dürften bei Call of Duty: WW2 auf ihre Kosten kommen: Die uns gezeigte Normandie-Landung führte gekonnt vor, dass die Technik seit dem letzten Zweite-Weltkriegs-Ableger, sprich seit Call of Duty: World at War, große Sprünge gemacht hat. Nicht nur die Gesichter der Soldaten sehen heute deutlich lebensnaher aus als noch vor zehn Jahren, auch die gesamte Schlachtatmosphäre kommt dank vieler kleiner Details und dem gelungenen Spiel zwischen Schatten und Licht besser rüber. Unserer Meinung wirkte die Landungsszene in Call of Duty: WW2 sogar etwas authentischer als in Spielbergs Anti-Kriegsfilm Der Soldat James Ryan, dessen riesiger Erfolg ja ein Motivationsfaktor für die vielen Zweite-Weltriegs-Shooter der Zweitausenderjahre war – allein das ist ein guter Grund, um zu den altbekannten Schlachtfeldern zurückzukehren!

Call of Duty WW2

Die erste uns vorgeführte Mission war im Hürtgenwald angesiedelt, in der wir uns mit unseren Squad-Kameraden durch die grüne Hölle kämpften. Dabei auffällig war, dass es in Call of Duty: WW2 – zumindest in der Kampagne – auch ein eine Art Zerstörungssystem gibt. Als ein Artillerieschlag auf unsere Truppe fiel, gingen nicht nur wir und unsere Kameraden schlagartig zu Boden, sondern ebenso die Bäume! Ob es sich dabei nur um ein Script-Ereignis handelte oder Call of Duty wirklich Battlefield Konkurrenz machen möchte, lässt sich aber schwer sagen. Jedenfalls hinterließ die Mission dank der umfallenden Bäume und auch der sonst sehr detaillierten Umgebung samt malerischen Flüssen, dichten Laub und steilen Hügeln einen hervorragenden Eindruck bei uns – scheinbar hat Sledgehammer kräftig an der Engine geschraubt. Was die Entwickler alles an dem hauseigenen Grafikmotor gedreht haben, wollten man uns aber noch nicht verraten. Insgesamt wirkte aber die uns gezeigte Version optisch um eine Ecke besser als noch Call of Duty: Infinite Warfare.

Nachdem kurzen Ausflug nach Hürtgenwald zeigten die Entwickler uns noch zwei Ausschnitte aus der Normandie-Landungsmission. Wie bereits angesprochen, wirkten die Szenen in den Landungsbooten und der anschließende Sturm auf die deutschen Verteidigungsanlagen sehr authentisch. Doch wenn es um die Brutalität des Krieges geht, wurde das ganze sogar später noch übertrumpft: In den harten Kämpfen im Inneren der Bunker kam es einige Male zu Nahkämpfen. Im Gegensatz zu den Vorgängern, werden diese in wirklich brutalen Quicktime-Events abgehandelt. So griff unser Protagonist zum Beispiel zu einem Helm, mit dem er den Kopf seines Widersachers zu Brei schlug – aus der Ego-Perspektive wirkt das ganze so blutig und eklig, dass wir gut und gerne auf den Frühstück vor dem Event verzichtet hätten. Wir hoffen, dass diese Quicktime-Events nicht allzu häufig vorkommen. Nicht weil sie schlecht gemacht wären, aber unserer Meinung sollten solche Szenen eher einmalig bleiben, damit sie nicht zu Massenware verkommen und so an Bedeutung verlieren.

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Call of Duty WW2 in der Vorschau: Erste Einblicke in den Mehrspielermodus

Eine große Bedeutung für das Call of Duty-Franchise hat natürlich auch der Mehrspielermodus. Zwar wollten die Entwickler vor Ort eigentlich kaum etwas zum zweiten Standbein der Ego-Shooter-Reihe sagen, aber so ganz konnten sie ihre Begeisterung über die kommenden Neuerungen vorenthalten. So haben wir in London erfahren, dass der man für den Multiplayer-Modus nach den Zukunftsballereien und ihren Jetpack-Kämpfen wieder zur Formel "Boots on the Ground" greifen möchte und so in Call of Duty: WW2 wohl ein ähnliches Erlebnis wie noch in Modern Warfare 3 bieten möchte. Das heißt, dass es vor allem auf die Waffen und Perks ankommen wird und nicht mehr so sehr auf die schnellen, Movement-basierten Skills. Zudem gaben die Entwickler auch bekannt, dass man einen Social-Bereich für den Mehrspielermodus kreieren wird. In den sogenannten "Headquarters" sollen sich Spielen zwischen den Partien treffen können und dort miteinander agieren können. Wir vermuten, dass es sich bei diesem Bereich um etwas Ähnliches wie den Turm in Destiny handelt. Ob Call of Duty-Fans sich tatsächlich so etwas wünschen, werden wir wohl erst nach dem Release erfahren. Ebenso wird es wohl noch eine Weile dauern, bis Sledgehammer uns etwas über den versprochenen Koop-Modus erzählt. Wir gehen zwar aktuell davon aus, dass es sich dabei um den klassischen Zombie-Mouds handelt, lassen uns aber natürlich gerne eines Besseren belehren.

Call of Duty WW2

Als Fazit muss man aber sagen, dass Activision und Sledgehammer Games sich bei der Wahl des Settings ins Schwarze getroffen haben. Der Call of Duty-Reihe tut ein kompletter Tapetenwechsel nach den etlichen Zukunfts-Teilen richtig gut, auch wenn es am Ende "nur" zurück zu den Wurzeln der Reihe geht. Die Spieler können sich jedenfalls nach einer zehnjährigen Pause wieder zu den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkrieges zurückkehren und sie in moderner Optik erleben. Natürlich wird von Call of Duty: WW2 keine komplexe Handlung erwartet, aber immerhin ein Spiel, das TV-Serien wie Band of Brothers oder The Pacific im Nichts nachsteht und vor allem dank einer kurzweiligen Kampagne zeigt, dass Activision sich weiterhin gegen die beinharte Konkurrenz behaupten kann.

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Call of Duty - WW2 wird mit Spannung erwartet. Jetzt den Trailer und viele Infos zum Ego-Shooter auf spiele-klassiker.com.
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