Doom Eternal: The Ancient Gods - PC Spiele im Test

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Doom Eternal: The Ancient Gods – Part Two im Test

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Zusammenfassung: Letzter Auftritt für den Slayer: id Software schließt die Doom-Saga im großen Stil ab und brennt nochmal ein sattes Actionfeuerwerk ab. Mit drei frischen Levels, einer coole Bonuswaffe, neuen Gegnern und einer bildgewaltigen Massenschlacht liefert The Ancient Gods: Part Two erstklassige Shooter-Unterhaltung, die aber ein Problem hat: Ausgerechnet auf den letzten Metern verzetteln sich die Entwickler und ziehen das Testergebnis damit nach unten.

Inhaltsverzeichnis

DER Horror-Klassiker schlechthin

Glühende Portale tun sich urplötzlich auf. Wie aus dem Nichts strömen unzählige Soldaten und Kampfmaschinen hindurch, eine Armada von Kriegern, die sich dem Helden entschlossen zur Seite stellen. Auch die Legionen des Gegners stehen bereit, ein Meer aus Klauen, Waffen und Fangzähnen blitzt uns wütend entgegen. Dann ein letzter Augenblick der Ruhe, bevor die alles entscheidende Schlacht gegen das Böse entbrennt.

Nein, wir beschreiben hier nicht das Finale von Avengers: Endgame, sondern das große Schlussgefecht in Doom Eternal: The Ancient Gods – Part Two (jetzt bei Amazon bestellen). Das wurde zwar leider schon mit dem offiziellen Artwork und dem sehenswerten Trailer gespoilert, aber das ändert natürlich nichts am Erlebnis selbst: Mit dem zweiten Story-DLC schließt id Software die Saga um den Doom Slayer endgültig ab und feuert dabei inszenatorisch nochmal aus allen Rohren. Freut euch auf eine pompöse Massenschlacht, in der gigantische Kampfroboter auf haushohe Dämonen eindreschen, in der kreischende Drachen über euch hinwegfegen und gewaltige Schwebepanzer die Tore der Hölle unter Beschuss nehmen.

PC Spiele im Test: Doom Eternal: The Ancient Gods - Part Two

Solche Szenen mag man vielleicht schon aus anderen Shootern kennen, doch für Doom-Verhältnisse sind sie schlichtweg ein Kracher. An Schauwerten mangelt es dem letzten Story-DLC also nicht, auch wenn die Fantasy-Handlung gegen Ende nur noch ein paar Dialogfetzen abwirft und auf Nebenfiguren weitestgehend verzichtet. Wer bis dahin also noch nicht durchblickt, dürfte auch in Part Two nur Bahnhof verstehen.

Zur Erinnerung: Der Slayer hat am Ende von The Ancient Gods: Part One sein böses Gegenstück beschworen, den Dunklen Lord der Hölle, der auch unter dem Namen Davoth bekannt ist. Nun will er das ultimative Böse endgültig vernichten und kämpft sich deshalb durch drei brandneue Levels, bis er schließlich seinem infernalen Spiegelbild gegenübertritt. Das Finale bildet damit einen befriedigenden Abschluss der Slayer-Saga und hat sogar noch eine überraschende Wendung parat, die aber letztendlich ungenutzt bleibt – hier halten sich die Entwickler vielleicht schon ein Hintertürchen für eine Fortsetzung offen.

Neue Levels, altes Spielgefühl

Inhaltlich knüpft der zweite DLC gelungen an die erste Erweiterung an, die Spielzeit liegt auf normalem Schwierigkeitsgrad bei 3 bis 4 Stunden. Die Reise beginnt auf der alten Welt von Argent D'Nur, wo ihr euch durch eine verfallene Wächterstadt zu einem gigantischen Kristallartefakt durchkämpfen müsst, dem sogenannten Weltenspeer, der in der Doom-Geschichte eine wichtige Rolle spielt. Von dort aus geht es nochmals zurück auf die Erde, in der die Menschheit nach der gescheiterten Hölleninvasion mit der Rückeroberung begonnen hat. Euer Weg führt euch durch zugewucherte Ruinen bis hin zu einem Tor, das den Slayer schließlich in das Herz der Hölle transportiert. Vor den Mauern der Höllenstadt Immora beginnt dann die letzte Schlacht gegen den Dunklen Fürsten selbst.

Visuell sind die Levels gewohnt fantastisch umgesetzt und auch inhaltlich bleibt alles beim Alten. Die Suche nach Secrets nimmt wie schon im letzten DLC eine deutlich geringere Rolle ein, da der Slayer bereits über alle Upgrades und Runen verfügt, außer Extraleben und Lore-Einträgen gibt es also nicht mehr viel, was man noch sammeln könnte. Dadurch spielt sich The Ancient Gods: Part Two etwas linearer als der Vorgänger. An den gelegentlichen Sprungeinlagen ändert sich nichts, ab und zu müsst ihr also wieder an Wänden klettern oder an Stangen entlangschwingen. Neu sind freischwebende Halterpunkte, an denen man sich mit dem Shotgun-Greifhaken emporziehen kann.

Kampfszene Doom Eternal: The Ancient Gods - Part Two

Besseres Balancing, aber diese Marauder!

Das Herzstück von Part Two bilden aber natürlich wieder die brachialen Kämpfe, die sich so flüssig spielen wie eh und je. Dabei hat sich id Software die Kritik am übertriebenen Schwierigkeitsgrad von Part One zu Herzen genommen: Das zweite DLC-Kapitel ist wesentlich fairer geraten und sollte niemanden, der das Hauptspiel auf normaler Stufe gepackt hat, vor unlösbare Herausforderungen stellen. Gab es in The Ancient Gods: Part One noch unnötig viele Massenkämpfe, in denen die Gegnerwellen regelrecht aneinandergereiht wirkten, fallen die meisten Gefechte diesmal etwas kürzer aus.

Nur ein einziger Kampf fällt negativ auf, und der betrifft – natürlich – die oft kritisierten Marauder: Im dritten Level müssen wir wieder gegen zwei von ihnen gleichzeitig kämpfen, diesmal aber flankiert von einem neuen Dämonentyp, dem Screecher. Dieser Zombie ist harmlos, solange man ihn in Ruhe lässt. Bei einem Treffer stärkt er aber alle umliegenden Dämonen mit einem heftigen Buff – und das ist so ziemlich das Letzte, was man beim pfeilschnellen Marauder gebrauchen kann. Der Kampf gerät somit zur unnötigen Geduldsprobe und sticht im Vergleich zum restlichen DLC unschön heraus.

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Dämonenfrischfleisch

Die Entwickler haben noch mehr neue Gegnertypen eingebaut. Die legen im Grunde nur neue Texturen über alte 3D-Modelle, bringen aber spielerisch etwas frischen Wind: Der eindrucksvollste Neuzugang ist der Armored Baron, eine gepanzerte Version des Baron of Hell. Ihn kann man nur besiegen, indem man seine Rüstung mit der Plasmakanone wegschießt, dann wird er für ein paar Sekunden verwundbar. Alternativ kann man im richtigen Augenblick seine Waffe unter Beschuss nehmen; nach ein paar gut platzierten Treffern verliert der Fleischberg dann seine gesamte Rüstung auf einen Schlag.

Stone Imps sind stärkere Versionen des klassischen Imps, die uns mit Rollattacken umwalzen und die sich nur mit dem Automatik-Feuer der Shotgun effektiv bekämpfen lassen. Riot Soldiers dagegen sind nix anderes als stärkere Schildsoldaten, die sämtliche Angriffe abwehren, Plasmabeschuss inklusive. Nur ihre Rückseite ist verwundbar, aber dafür hat der liebe Gott schließlich Raketenwerfer und Granaten erfunden.

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Eher nervig dagegen: Der schnelle Cursed Prowler, der uns mit einem Fluch belegt. Dadurch können wir nicht mehr dashen und verlieren Lebenspunkte, außerdem lässt sich der grüne Giftbolzen nur mit einem geladenen Blutschlag besiegen. Zum Glück taucht das Vieh nur selten auf! Das gilt auch für die anderen neuen Feinde, die mit The Ancient Gods: Part One eingeführt wurden, darunter die starken Geister oder die blitzschnellen Blood Maykr – die alle bekommt man nur noch selten vor die Flinte.

Video-Trailer

Endlich behämmert

Schade: Neue Wummen gibt es auch in Part Two wieder nicht. Dafür bekommt der Slayer aber endlich einen Ersatz für das mächtige Plasmaschwert, das man am Ende des Hauptspiels eingebüßt hat: Der Wächterhammer ist eine brandneue Nahkampfwaffe, die auf Knopfdruck eine kräftige Druckwelle entfesselt. Die sorgt dafür, dass Gegner in der Nähe benommen werden, inklusive kreisender Cartoon-Sternchen über dem Kopf. Außerdem verstärkt der Hammerangriff die Effekte der Eisbombe und des Flammenspeiers, dadurch kann man sehr schnell Gesundheit und Rüstung nachtanken. Eine starke Ergänzung, die sich prima in die rasend schnelle Action einfügt!

Der Hammer lässt sich im Spielverlauf mehrmals verbessern, dazu muss man sogenannte Escalation Encounters meistern – das sind im Grunde nur die üblichen Arena-Kämpfe, in denen euch Horden von Monstern ans Leder wollen. Sie ersetzen damit die bekannten Slayer-Tore, fallen aber nicht so knifflig aus. Denn auch hier geht id Software einen Schritt auf die Spieler zu, die nicht mit übermenschlichen Reflexen gesegnet sind: Jede Escalation-Herausforderung hat zwei Stufen, von denen ist aber nur die erste verpflichtend. Die zweite Runde ist zwar deutlich kniffliger, aber auch völlig optional, außerdem bringt sie nur ein optisches Gimmick für euren Slayer – darauf kann man als Normalspieler gut verzichten.

Zäher Endboss

Schicke Levels, frische Gegner, schweißtreibende Action und eine coole neue Waffe – also eine großartige Erweiterung? Fast! Denn id Software leistet sich ausgerechnet beim Schlusskampf gegen den Dunklen Fürsten einen deftigen Patzer. Das gesamte Gefecht findet in fünf quälend langen Runden statt, die alle auf der gleichen Grundidee basieren: Der Endboss greift vorrangig mit einem Plasmaschwert an, das nicht nur Schaden austeilt, sondern ihn auch bei jedem Treffer heilt. Damit spielt id Software natürlich auf den Slayer selbst an, der vor allem durch offensives Vorgehen neue Lebenspunkte tankt. Kein schlechtes Konzept also – doch leider fällt der Heileffekt viel zu stark aus. Einmal nicht aufgepasst, schon steht der Endboss wieder mit voller Lebensleiste da!

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Umso schlimmer, dass der Höllenchef gegen normale Angriffe immun ist. Man wartet also genau wie bei beim Marauder darauf, dass sich einer seiner Angriffe ankündigt. Die muss man dann mit einem schnellen Treffer kontern, um den Boss für ein paar Sekunden verwundbar zu machen. Weil diese Angriffe aber nur selten ausgelöst werden und in späteren Runden noch weitere Gegner in die Arena spawnen, fällt es schwer, überhaupt mal richtig Schaden auszuteilen. Der Kampf ist dadurch nicht wirklich schwer, er zieht sich nur ewig in die Länge.

Auch ein Blick in die User-Bewertungen zeigt, dass id Software sich mit diesem Bossdesign verhoben hat. Wir finden: Hier sollten die Entwickler ruhig nochmal ran und den Kampf mit einem Patch überarbeiten. Schließlich handelt es sich um den Schlusspunkt der Doom-Eternal-Saga! Und die war bislang – trotz einiger Kritikpunkte – ein umwerfendes Actionfest, das zu den besten Shootern der letzten Jahre zählt. Auch der zweite DLC hat uns im Test begeistert, für Doom-Eternal-Fans ist er fast schon ein Pflichtkauf. Doch der zähe Endboss kostet letztendlich knapp die 9 im Wertungskasten.

Die PC Spiele Welt von Doom Eternal: The Ancient Gods - Part Two

Fazit

Im Test hat uns The Ancient Gods: Part Two über weite Strecken begeistert. Was uns besonders freut: Bis auf einen nervigen Kampf gegen zwei Marauder ist das Balancing viel runder als im ersten DLC. Wenn wir da durch die Monsterhorden pflügen, haben wir genau so viel Spaß wie im Hauptspiel! Vor allem der neue Hammer ist eine prima Ergänzung, der wir eigentlich nur vorwerfen können, dass man sie nicht schon im ersten DLC bekam. Und die wuchtig inszenierte Schlacht am Ende, in der martialische Riesenroboter auf haushohe Dämonen eindreschen, während wir gerade das Kleinvieh mit der Kettensäge zerlegen, dürfte mit Abstand das Bildgewaltigste sein, was sich id Software bislang zugetraut hat. Da verzeihen wir auch gern, dass die Story hier schon längst auf Sparflamme kocht. Umso ärgerlicher, wenn das tolle Erlebnis ausgerechnet am Ende ins Stolpern gerät! Bitte nicht falsch verstehen, der letzte Boss ist nicht komplett misslungen. Aber in dieser Form ist der Kampf einfach viel zu zäh und eintönig, um richtig Spaß zu machen. Wir finden, da muss id Software nochmal ran, die Heilrate ändern und die Timings anpassen. Dann könnte man The Ancient Gods: Part Two auch komplett als das genießen, was es im Grunde eh schon ist: Ein würdiges Finale zu einem grandiosen Shooter, mit dem sich id Software selbst übertroffen hat.


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