News zu Total War Saga: Thrones of Britannia

Thrones of Britannia
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Zusammenfassung: In einem vorherigen Beitrag sind wir schon einmal auf den neuesten Ableger der PC-Spiele Klassikerreihe Total War eingegangen: Thrones of Britannia. Heute schauen wir uns das Game etwas genauer an. Preview von Total War Saga: Thrones of Britannia.

Erstmals seit dem Beginn der „Total War“-Reihe im Jahr 2000 (damals „Total War – Shogun“) zeigt das englische Entwicklerteam Creative Assembly so etwas wie Lokalpatriotismus, denn das neue Spiel verlässt die Britischen Inseln nicht. Wer jetzt meint, dass „Thrones of Britannia“ deshalb nur ein Zwischenhappen oder eine Art aufgebohrtes Add-on darstellt, um die Wartezeit auf das dritte und letzte „Warhammer“ zu verkürzen, liegt falsch. Die riesige Karte, die überschaubaren, aber spielerisch wichtigen Neuerungen und die spielbaren Völker sprechen eine andere Sprache.

Thrones of Britannia Karte

Interessante Storyline

Das Spiel wirft uns in die Wirren des Jahres 878, das Britannien nach 80-jährigem Krieg gegen die Wikinger-Invasoren erstmals in einem zerbrechlichen Frieden sieht. Zwar konnte König Alfred die Nordmänner stoppen, vertreiben konnte er sie nicht. Und so siedeln die kampfstarken Männer aus Skandinavien nun an Englands Ostküste und schielen unverholen auf die Gebiete westlich von ihnen. In diesen unsicheren Zeiten machen sich aber auch andere Königreiche wie die Britonen oder die Schotten daran, ihr Einflussgebiet zu vergrößern und Nachbarreiche durch Krieg oder Diplomatie auf ihre Seite zu ziehen. Zehn Herrscherhäuser stehen zur Wahl, mit denen Sie um den Sieg streiten.

Und den gibt es als erste Neuerung gleich in dreifacher Ausfertigung – den Eroberungs-, Ruhm oder Königreichssieg. Jede dieser Varianten, die es dazu noch in kurzer und langer Version gibt, verlangt unterschiedliche Siegesbedingungen. So stürzen sich „Total War“-Spieler diesmal noch genauer auf den Bereich des Spiels, der ihnen persönlich am meisten Spaß macht. Denn wo beim einen Sieg viel diplomatisches Geschick weiterhilft, ist beim anderen die militärische Raffinesse der Schlüssel zum Erfolg. Ohne Krieg wird es allerdings nicht abgehen, denn die Entwickler haben den eigenen Besitz sehr angreifbar gemacht – wer nicht expandiert, hat bald unerfreulichen Besuch in den eigenen Provinzen.

Die Wikinger landen - Thrones of Britannia

Auf ins Schlachtengetümmel

Im Gegensatz zu früheren Spielen der Reihe haben die jetzt nur noch eine Siedlung, die Sie wie gehabt mit Gebäuden ausstatten und ausbauen. Alle anderen Besitztümer dort können höchstens Klöster, Höfe oder ähnliches werden und verfügen nicht über nennenswerte Verteidigungskräfte. Das Plündern dieser Stätten fällt Gegnern also leicht – Sie sorgen daher dafür, dass Feinde gar nicht erst so weit kommen. Dafür gilt: Wer die Siedlung der Provinz beherrscht, beherrscht auch den Rest. Daher hat Creative Assembly für „Thrones of Britannia“ besonders viel Arbeit in Belagerungskämpfe gesteckt. Die sehen so gut aus wie nie zuvor und sind auch spielerisch schneller und zugänglicher geworden als in Vorgängerspielen. Und auch hier hat sich die Situation für Hasenfüße nicht verbessert, denn viele Städte verfügen historisch korrekt nicht über dicke Steinmauern, sondern lediglich über Holzpalisaden, die einem wild entschlossenen Invasionsheer nicht lange standhalten. Hier gewinnen die Truppen die Schlacht, nicht die Mauern.

Könige kommen und gehen - Thrones of Britannia

Die vielleicht größte Neuerung im Spiel betrifft denn auch die Truppen unter Ihrem Kommando. Zwar können Sie jetzt fast beliebig schnell ein gutes, erstes Heer auf die Beine stellen, dann ist aber auch länger Pause. Richtig starke Einheiten wie wilde Axtkämpfer oder berittene Ritter lassen sich nicht jede Runde neu ausheben, egal wie viel Geld Sie besitzen. Solche Elitetruppen brauchen ihre Zeit zur Ausbildung und stehen deshalb nach einmaliger Berufung etliche Runden nicht mehr zur Verfügung. Das Verheizen von starken Verbänden, weil die Kriegskasse voll ist, hat in Britannia also keine Siegchance mehr, den Verlust der edelsten Kämpfer kann keine Armee einfach so verkraften.

Die Gefahr lauert überall

Und als wäre das noch nicht schwer genug, droht Ihnen als Herrscher auch Ungemach aus den eigenen Reihen. Wie sonst auch haben Sie einen Familienstammbaum und ernennen aus dem eigenen Adel dazu Generäle und Gouverneure. Aber all diese Männer haben einen geheimen Loyalitätswert, den Sie erst sehen, wenn Sie ihn für Ihre Sache verpflichten. Ist dieser Wert niedrig, müssen Sie den Mann stets im Auge haben, da er jederzeit eine Rebellion anzetteln könnte. Die Schenkung von Land hebt diese Loyalität merklich, schwächt aber Ihren eigene Position. Lediglich die Zuteilung von Bannermännern, statt Stufenaufstiegen jetzt die einzige Möglichkeit zur Verbesserung von Fähigkeiten Ihrer Anführer, führt sonst noch zu Loyalitätszuwachs. Daher sollten Sie aktiv sein, um Ihr Land nicht zu verlieren. Dennoch müssen Sie jetzt auch immer ein Auge auf Ihr eigenes Reich richten, sonst fallen Ihnen Teile davon in den Rücken. Denn neben abtrünnigen Adeligen mischt auch das Volk mit: Sind Sie zu lange im Krieg, wird die Bevölkerung kriegsmüde, die Soldaten verlieren an Kampfkraft. Und trauen Sie sich zu lange gar nicht auf den Weg der Gewalt, kann das auch üble Folgen haben, wenn sich Ihr Volk endlich Expansion von Ihnen erhofft und daher die Wirtschaftsleistung sinkt.

Schlachten in Thrones of Britannia

Nach wie vor können Sie Ihre Truppen und Städte durch Forschung besser machen, allerdings nicht mehr so, wie Sie wollen. Die meisten Fortschritte im neuen Technologiebaum verlangen neben Zeit auch bestimmte Voraussetzungen, die alles ein wenig realistischer machen. So wird ein Herrscher, der keine Bogenschützen verwendet, sicher nicht die Möglichkeit bekommen, schnell Brandpfeile zu entwickeln. Und wer keine Reiterei sein Eigen nennt, wird kaum Ideen für einen besseren Sattel haben. Auch hier richtet sie die Entwicklung Ihres Reiches also nach der Art, wie Sie es führen.

Last but not least

Lezte große Neuerung: Wenn Sie einen der drei möglichen Siege einfahren, ist noch nicht Schluss. Dann können Sie noch einen ultimativen Sieg erringen. Und der ist je nach Schwierigkeitsgrad mit unliebsamem Besuch gekoppelt. So reist beispielsweise Wilhelm der Eroberer aus Frankreich an und wartet an den Stränden von Hastings auf Ihre Armee. Oder ein gewaltiges Wikingerheer startet einen letzten Versuch, die Britischen Inseln für sich zu gewinnen – was Sie verhindern müssen. „Total War Saga – Thrones of Britannia“ macht Sie also zum echten Helden. Aber nur, wenn Sie auch das Zeug dazu haben. Denn einsteigerfreundlich ist auch diese Ausgabe der Reihe nicht. Für beinharte Strategiefans bleibt die Serie dafür aber auch der bekannte und geliebte Meilenstein.

Strategie-Klassiker Total War

Fazit

Keine Ermüdungserscheinungen bei einer der dienstältesten Stratgiespiele-Serien überhaupt feststellbar: Zwar gibt es auch diesmal in Sachen Neuerungen keine Quantensprünge, sondern auf den ersten Blick eher kleine Veränderungen. Die können sich aber, wie schon häufiger bei „Total War“, im Spiel selbst dann doch als viel gewaltiger herausstellen als gedacht. Auch grafisch hat die Reihe mit dem neuesten Teil nochmal im Detail zugelegt – so gut haben Belgerungsschlachten um wichtige Städte noch nie ausgesehen. Besonders interessant wirkt aber der Feind von innen: Wer nicht auf die Loyalität seiner Adligen und seines Volkes achtet, findet sich schneller im Exil wieder, als er „Rule, Britannia!” rufen kann. Es sieht also alles nach einem weiteren, richtig guten „Total War“ aus. Lediglich Neulinge müssen sich mit etlichen Lehrstunden der KI anfreunden, bevor endlich erste Erfolge greifbar werden.

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Zusammenfassung
Total War Saga: Thrones of Britannia
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Total War Saga: Thrones of Britannia
Beschreibung
Die Total War Sage geht in die nächste Runde. Anfang Mai kommt Thrones of Britannia auf den Markt, Grund genug sich den PC Spiele Klassiker einmal nähe anzuschauen. Der Preview von Thrones of Britannia auf spiele-klassiker.com
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Spiele Klassiker
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