Sniper Ghost Warrior Contracts im Test


Sniper Ghost Warrior Contracts im Test

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Zusammenfassung: Die Sniper-Ghost-Warrior-Reihe steht schon seit längerem für Mittelmaß und blieb seither im Schatten von Konkurrent Sniper Elite. Besonders für den dritten Teil gab es scharfe Kritik für die schlechte Umsetzung und die unpassend integrierte Open World. Mit Sniper Ghost Warrior Contracts scheint sich Entwickler CI Games wieder etwas zu fangen und hat was für digitale Hobbyschützen zu bieten.

Inhaltsverzeichnis

Ab nach Sibirien

Mit Sniper Ghost Warrior Contracts (jetzt für 29,00 € kaufen) versucht das polnische CI Games einen neuen Ansatz und lässt viele Fehler seines Vorgängers hinter sich. Leider bleibt es weiterhin durch seine zahlreichen Macken hinter seinen Möglichkeiten, wie auch hinter den Qualitäten eines Sniper Elite 4. Dennoch bietet es für Genre-Liebhaber eine Menge Spaß mit dem Scharfschützengewehr und zeichnet zugleich ein positives Bild für die Zukunft. Als maskierter Söldner begeben wir uns nach Sibirien, um die Aufträge unserer Auftragsgeber zu erfüllen.

Computerspiele: Sniper Ghost Warrior Contracts

Unstimmiger Anfang

Das Spiel beginnt mit einer ziemlichen Spaßbremse. Im Tutorial wird nämlich vieles nur unzureichend oder gar nicht gelehrt. Wir lernen zwar die wichtigen Aspekte der eigenen High-Tech-Maske und auch wie man sich korrekt mit dem Scharfschützengewehr an die Windgeschwindigkeit wie auch die Entfernung des Gegners anpasst. Dann schickt uns das Spiel aber direkt in die Missionen, was den einen oder anderen etwas überfordern könnte. Wichtige Aspekte wie Schleichtötungen, Gegnerbefragungen oder die Sabotage von Anlagen werden in langweiligen Textblöcken präsentiert, die den Spielfluss nur ausbremsen.

PC Games im Test: Sniper Ghost Warrior Contracts

Endlich wieder einzelne Gebiete

Der Entwickler hat sich zum Glück von dem Open-World-Konzept des Vorgängers getrennt, stattdessen erhalten wir in Sniper Ghost Warrior Contracts fünf recht weitläufige Gebiete, doch das erste Level ist direkt mal das ärgerlichste. In einer kargen Schneelandschaft kämpfen wir uns durch Militärbasen, in welchen sich unsere Missionsziele befinden. Die Sicht ist schlecht, der Schneesturm stört nur und die Grafik ist obendrein viel zu überholt, um wirklich beeindruckend zu sein. Die restlichen Gebiete zeigen aber mehr Abwechslungen in Form von Häfen, Waldgebieten oder prunkvollen Villen.

Trailer

Agent 47 light

Wo der Spaß an Fahrt gewinnt, sind die Vorgehensweisen bei unseren Aufträgen. Dabei können wir sogar recht kreativ erarbeiten, wie genau wir uns einen Weg zum Zielobjekt bahnen wollen. Erledigen wir vorher alle Feinde aus der Ferne mit unserem Scharfschützengewehr? Schleichen wir uns durch enge Schächte und dunkle Ecken direkt zum Ziel? Vollführen wir auf dem Weg Schleichtötungen oder konzentrieren wir uns ganz auf unsere Mission? In jedem Fall heißt es aber oft Geduld zeigen, denn die Gegnerpatrouillen sollten wir stets im Auge behalten. Wird man selbst entdeckt, hagelt es Blei. Aber auch wenn ein erledigter Gegner von einem seiner Kameraden entdeckt wird, begeben sich die Feinde in Alarmbereitschaft. Bei der Scharfschützen-Action ist dabei eindeutig die Kugel-Kamera der Star. Zugegeben: Die Kugelverfolgung auf weit entfernte Ziele hat durchaus coole Momente. Jedoch lässt die lasche Optik die Splatter-Effekte nicht wirklich eindrucksvoll aussehen.

Neben unserem Standard-Arsenal können wir Geld, das wir durch das Abschließen von Missionen erhalten, in Talente sowie Ausrüstung investieren. Wir können beispielsweise unsere Schleichfertigkeiten erhöhen, Waffen verbessern oder unsere Analysefertigkeiten mit unserer Maske erweitern. Dabei sei erwähnt, dass es unterschiedliche Währungen gibt, die man durch verschiedene Missionsaktivitäten erhält. Neben den Hauptaufgaben gibt es nämlich auf jeder Karte noch zusätzliche Unternehmungen wie Kopfgeldjagden, Sammelobjekte oder etliche Vorgaben, auf welche Weisen man Feinde erledigen soll. Um von einem Level ins nächste zu gelangen, reicht es jedoch die Hauptaufträge abzuschließen. Das Spielprinzip von Scharfschützen-Action, Schleichtötungen und Sabotagen ist bei Contract grundsolide, doch es gibt leider viele Macken, die es uns schwer gemacht haben, das Spiel letztlich ins Herz zu schließen.

PC Spiele im Test: Sniper Ghost Warrior Contracts

Die großen Spaßkiller

Wie bereits beim Design der Gebiete erwähnt, entspricht Contract grafisch nicht wirklich einem Spiel im Jahre 2019 und die verwendete Cryengine wird nicht annähernd in ihrem Potenzial ausgeschöpft. Die Umgebung wirkt oftmals matschig und die Lichteffekte sind nicht wirklich eindrucksvoll. Beim Thema Feinde ist zu bemängeln, dass die KI da viel zu simpel ist. Selbst wenn man entdeckt wird, verlieren Feinde recht schnell das Interesse, sobald man den eigenen Standort nur ein Stückweit wechselt. Man kann zwar vor jeder Mission zwischen drei Schwierigkeitsgraden wählen, doch bis auf erhöhten Schaden von Gegnern und einem verbesserten Entdeckungssystem ändert sich nichts. Mit Abstand am nervigsten waren aber die technischen Probleme, die uns in der PS4-Version begegnet sind – Spielabstürze oder auch Menüfehler waren dabei an vorderster Front. Erste Patches haben bereits grobe Fehler behoben, fehlerfrei ist Sniper Ghost Warrior Contracts jedoch nicht. Da es keine Option gibt, um manuell zu speichern, kann der ein oder andere Spielfehler die eigene Progression weit zurückwerfen.

Leider sind es nicht nur die KI und die Technik, die das Spiel ausbremsen, sondern ebenso konkrete Spielmechaniken. So gibt es in jedem Gebiet Schnellreiseoptionen mit denen wir schnell in die Nähe eines Missionsgebiets transportiert werden. Das wirkt erstmal positiv, doch sobald wir einen der vielen Hauptaufträge abgeschlossen haben, können wir die Schnellreise nicht mehr nutzen und müssen durch die gesamte Karte zu Fuß laufen. Verlassen wir das Gebiet, erhalten wir die Belohnungen für die bisher erledigten Missionen. Man aber kann erst in das nächste Level, wenn alle Hauptaufträge erledigt wurden. Das Level kann man jedoch bereits ab der ersten erledigten Aufgabe verlassen – das kann anfänglich für ziemliche Verwirrung sorgen. Zudem ist wohl das Sound-Design einer unserer größten Feinde. Wir konnten anhand der Akustik kaum ausmachen, in welcher Richtung und wie weit entfernt sich ein Feind befindet.

Review Sniper Ghost Warrior Contracts

Also ist es schlecht?

Zur Story sei gesagt, dass sie recht uninteressant ist und mit Bio-Waffen, Gen-Experimenten und Widerstandsbewegungen genügend Die Markierungen auf der Karte helfen uns bei der Orientierung, auch wenn die Kartensteuerung an sich etwas verkorkst ist. Wer hier aber eine spannende und wendungsreiche Handlung erwartert, wird enttäuscht. Man merkt hier und auch überall im Spiel, dass Contracts weit hinter dem bleibt, was möglich gewesen wäre – insbesondere wenn man zum großen Konkurrenten Sniper Elite blickt. Dennoch stellt das Spiel einen großen Fortschritt im Vergleich zum Vorgänger dar und baut seine Stärken an den richtigen Stellen aus, wenn man es über das erste Level hinausgeschafft hat. Die technischen Probleme, die schwache Grafik und spielerische Schwierigkeiten lassen das Spiel nicht wirklich über Mittelmaß hinausgehe, doch es bietet für Schleich- und Sniperfreunde eine große Menge Spaß. Auch wenn regelmäßiges Gefluche über unsere Lippen kam, im Gesamtpaket hat sich der Shooter als unterhaltsame Abwechslung herausgestellt. Die vielen Fehler und Unzulänglichkeiten verzeiht man Sniper Ghost Warrior Contracts ein wenig im Anbetracht des relativ günstigen Preises, empfehlenswert ist es aber nur für Genre-Fans.


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