Wolfenstein: Youngblood in der Vorschau

Vorschau Wolfenstein: Youngblood
Teile uns...

Zusammenfassung: Als B.J. Blazkowicz verschwindet, ist es für seine Töchter an der Zeit, in seine Fußstapfen zu treten. Wir haben Wolfenstein: Youngblood erstmals selbst angespielt, um uns von den Fähigkeiten der Zwillinge Soph und Jess zu überzeugen. Gerade im Koop macht der Shooter dabei schon jetzt viel Spaß.

Inhaltsverzeichnis

Der Wolfenstein-Klassiker: So geht es weiter

Auf der E3 im vergangenen Jahr haben die Entwickler von Machine Games angekündigt, dass die Wolfenstein-Reihe mit Youngblood zunächst mit einem Spin-off weitergeführt wird, bevor sich die Schweden mit Wolfenstein 3 beschäftigen. Damit setzen die Macher das Muster fort, das sie seit dem Reboot der legendären Shooter-Serie im Jahre 2014 verfolgen. Diesmal werkelt Machine Games jedoch nicht alleine am Spiel. Man hat sich mit Arkane Studios die Macher der Dishonored-­Reihe ins Boot geholt, die vor allem ihre Erfahrungen beim Level-Design einbringen sollen.

Shooter Wolfenstein: Youngblood

Noch vor der E3 2019 hat uns Bethesda nach London eingeladen. Dort konnten wir die Delux Bonus-Version von Wolfenstein: Youngblood (jetzt für 69,99 € kaufen) erstmals eine ganze Stunde lang im Koop-Modus anspielen. Zusammen mit einem Kollegen haben wir die Straßen von Paris unsicher gemacht und einen Zeppelin der Nazis zum Absturz gebracht. 

Französische Revolution 2.0

Während uns The Old Blood vor vier Jahren einen Einblick in die Vergangenheit von B.J. Blazkowicz gewährt hat, geht es diesmal deutlich in die Zukunft. Genauer gesagt ins Jahr 1980. Ungefähr 19 Jahre nach den Ereignissen von The New Colossus lebt Familie Blazkowicz in Mesquite, Texas, im befreiten Amerika. William und Anya bringen ihren inzwischen 18-jährigen Zwillingstöchtern Zofia und Jessie alle wichtigen Techniken für den Kampf gegen Nazis bei. Doch eines Tages verschwindet B.J. unter mysteriösen Umständen. Die einzige Spur führt nach Paris, das nach wie vor unter der Herrschaft der Nazis steht.

Also machen sich die beiden Schwestern auf, ihren Vater aufzuspüren. Obwohl beide zuvor noch nie einen Menschen getötet haben, müssen sie sich schnell auf die Lehren ihrer Eltern verlassen, denn im Kampf um Paris geht es um Leben oder Tod. Bei der Suche nach B.J. treffen Soph und Jess in der französischen Hauptstadt auf Verbündete in Form des örtlichen Widerstands. Um ihrem eigenen Ziel näherzukommen, greifen die beiden den Freiheitskämpfern natürlich unter die Arme. Unterstützt werden die Schwestern bei ihrer Suche zudem von ihrer Freundin Abby, der Tochter von Grace Walker, die unter anderem als Pilot und Hacker in Erscheinung tritt.

PC Spiele Wolfenstein: Youngblood

Die Terror-Zwillinge

Das Besondere an Youngblood gegenüber den anderen Teilen der Reihe ist natürlich die Tatsache, dass die Entwickler das Abenteuer der beiden Schwestern nutzen, um erstmals ein Koop-Erlebnis in Wolfenstein zu realisieren. Zwar war dies seinerzeit nicht der Hintergedanke, als man sich entschied, dass B.J. und Anya Zwillinge bekommen sollten, sah es nun jedoch als glückliche Fügung. Für die Entwickler ging es vor allem darum, sich mit dem vierten Spiel der Serie einer neuen Herausforderung zu stellen. Jess hat ihre Tarnvorrichtung aktiviert und kann vom Soldaten vor uns nicht erkannt werden. So können wir um den Gegner herum schleichen und ihn von hinten ausschalten. 

Wir schlüpfen also wahlweise in die Rolle von Jess oder Soph, die jeweils einen anderen Spielstil verkörpern. Während Jessie von ihrer Mutter in direkter Offensive und Nahkampf ausgebildet wurde, lernte Zofia von B.J. das lautlose Vorgehen und den Umgang mit Scharfschützengewehren. Das gesamte Spiel wurde darauf ausgelegt, dass zwei Spieler diese beiden Rollen ausfüllen und sich gegenseitig unterstützen. Während unserer Anspielsession funktionierte das bereits hervorragend und das Zusammenspiel erzeugte enormen Spielspaß – besonders gegen starke Elite-Gegner. Hier bekommt das Spiel nämlich noch eine gewisse taktische Komponente. So gibt es Gegner, die sich am besten besiegen lassen, indem ein Spieler die Aufmerksamkeit auf sich zieht, während der andere Schwachpunkte auf der Rückseite des Feindes unter Beschuss nimmt. Mit dieser Zwei-Spieler-Dynamik lassen sich sicher auch sehr interessante Boss-Kämpfe gestalten.

Noch nicht sehen konnten wir, wie gut das Ganze mit einer KI an der Seite funktioniert. Denn das Spiel soll auch komplett solo spielbar sein. Die zweite Schwester ist aber trotzdem die ganze Zeit dabei und ihre Spielweise soll sich nicht groß von einem menschlichen Spieler unterscheiden. Die Entwickler haben nach eigenen Angaben eine KI entwickelt, die einerseits nicht lästig wird oder dem Spieler im Weg ist, andererseits soll die jeweilige Schwester auch spürbar ihren Beitrag leisten. Der spielerische Erfolg hängt aber nach wie vor vom Können des Spielers ab.

PC Spiele im Test Wolfenstein: Youngblood

Offenere Missionsstruktur

In Sachen Neuerungen belassen es die Entwickler aber nicht nur beim Koop-Modus. So ist Youngblood das bislang offenste Spiel der Reihe. Die einzelnen Levelgebiete sind zwar nach wie vor relativ linear aufgebaut, aber die Abfolge der einzelnen Missionen und Story-Abschnitte soll diesmal mehr Freiheit ermöglichen. Paris ist dazu in verschiedene Teile unterteilt, die wir frei per Metro (Schnellreise) ansteuern und dort Missionen erfüllen. Hier kommen die Macher von Arkane Studios ins Spiel, denn diese einzelnen Abschnitte sollen ähnlich wie die Levels in Dishonored funktionieren.

Besonders in der Mitte des Spiels werden dabei vor allem diverse Nebenmissionen geboten. Diese sollen aber nicht so flach ausfallen wie die Uberkommando-Missionen in New Colossus. Stattdessen sollen sie sinnvolle Aufgaben enthalten und neue Informationen rund um die Hauptgeschichte oder den Widerstand liefern. Durch die offenere Struktur des Spiels sollen die Spieler so auch zur Rückkehr in bestimmte Gebiete motiviert werden – zum Beispiel, wenn sich eine Nebenaufgabe noch als zu schwer herausstellt, die man später mit zusätzlichen Möglichkeiten erneut angehen möchte. Denn mehr Tiefe wird es diesmal auch bei der Charakter-Entwicklung geben.

Ein Hauch von Rollenspiel

Die bisher bekannten Perks, die durch bestimmte Aktionen im Spiel freigeschaltet werden, gehören der Vergangenheit an. Stattdessen sammeln beide Spieler Erfahrungspunkte und steigen im Level auf. Das bringt jedes Mal einen Attributspunkt und diese Punkte können frei in drei Talentbäumen für verschiedenste passive und aktive Fähigkeiten ausgegeben werden. Richtig gehört, die Schwestern verfügen auch über spezielle aktive Skills, die ihrem Spielstil entsprechen. So kann Soph zum Beispiel eine Tarnung aktivieren, mit der sie einige Zeit unsichtbar wird. Auch die für Wolfenstein typische Fähigkeit, beidhändig Waffen zu tragen, wird auf diese Weise freigeschaltet. Außerdem können die Schwestern sogenannte "Pep Signals" einsetzen, mit denen sie sich kurzzeitig gegenseitig pushen, was je nach Geste unterschiedliche Buffs gewährt. Fast schon wie bei einem Rollenspiel verdienen wir uns Erfahrungspunkte und steigen so im Level auf, was uns Fähigkeitspunkte und Werteverbesserungen einbringt. Fast schon wie bei einem Rollenspiel verdienen wir uns Erfahrungspunkte und steigen so im Level auf, was uns Fähigkeitspunkte und Werteverbesserungen einbringt.

Spiele Klassiker Wolfenstein: Youngblood

Zusätzlich zu den Erfahrungspunkten gibt es in der Spielwelt Silbermünzen zu sammeln. Es lohnt sich, nach den Silberlingen Ausschau zu halten: Damit werden nicht nur Skins für die Powerrüstungen der Zwillinge freigeschaltet, sondern auch zahlreiche Upgrade-­Möglichkeiten für die breite Auswahl an Waffen. So verpassen wir zum Beispiel einem Sturmgewehr einen besseren Kolben, eine Zielvorrichtung und ein größeres Magazin, um auf diese Weise die Werte des Schießeisens zu verbessern. So lassen sich die Waffen sehr praktisch an den eigenen Spielstil anpassen.

Mit Youngblood bringen die Entwickler auch eine Mechanik zurück, die in Ego-Shootern eigentlich schon als ausgestorben galt: die Leben. Beide Charaktere verfügen über einen gemeinsamen Pool an "Lebensherzen". Diese werden verbraucht, wenn eine der Schwestern das Zeitliche segnet und neu spaw­nen muss. Erst wenn alle Leben aufgebraucht sind, gibt es ein Game over und es muss ein Spielstand geladen werden. Mit gutem Zusammenspiel lässt sich der Verbrauch von Leben aber auch minimieren. Hat ein Spieler-Charakter keine Lebenspunkte mehr, ist dieser nicht sofort ausgeschaltet, sondern zunächst nur kampfunfähig. Für kurze Zeit besteht so für den Partner die Möglichkeit, seinen Mitkämpfer wieder auf die Beine zu stellen.

Spielspaß steht über allem

Der Spielspaß stand für die Entwickler diesmal klar im Vordergrund. Dazu wurde auch der Fokus auf Zwischensequenzen ein wenig zurückgefahren. "Wir haben uns auch die Freiheit genommen, ein paar hilfreiche Dinge ins Spiel einzubauen, wie zum Beispiel einen Doppelsprung oder Lebensbalken über den Feinden. Wir wollten diesmal einfach mehr Sachen in das Spiel einbauen, mit denen sich der Spaß des Spielers verbessern lässt", erklärt uns Senior Game Designer Andreas Öjerfors während des Anspielevents.

Dass dieser Anspruch bereits sehr gut funktioniert, konnten wir in zwei Missionen vom Anfang des Spiels erleben. Als Erstes infiltrieren wir mit Soph und Jess einen Nazi-Zeppelin, um dort einen wichtigen Kommandeur auszuschalten. Da dies der erste Einsatz der Schwestern ist, erleben wir hier auch ihren ersten Nazi-Kill, der beiden zunächst kurz zu schaffen macht, bevor jedoch die Konditionierung ihrer Eltern einsetzt und sie sich im Stile ihres Vaters durch die Gegner kämpfen.

Wolfenstein: Youngblood kaufen

Danach geht es in die Straßen von Paris auf der Suche nach dem Versteck des Widerstandes. Hier steht uns ein wenig mehr Platz zur Verfügung als in den engen Gängen des Zeppelins, die coole Dynamik mit unserem Spielpartner geht aber zu keiner Zeit verloren. Hier fällt allerdings auch auf, dass die Entwickler bis zum Release in knapp zwei Monaten noch ein wenig Feinschliff vor sich haben. So setzte die KI an einer Stelle aus, an der mehrere Gegner einen schmalen Durchgang zu passieren versuchten. Auch optisch kann das Spiel an einigen Stellen noch ein wenig Politur vertragen. Besonders in Zwischensequenzen wirkten einige Texturen und Modelle etwas altbacken. Im Gegensatz zum kommenden Doom Eternal setzen die Macher bei Wolfenstein: Youngblood auch noch nicht auf die neue idTech-7-Engine, sondern noch auf deren Vorgänger. Ein spaßiges Shooter-Abenteuer, das seinen Vorgängern in nichts nachsteht, scheint der Titel aber dennoch zu werden. Besonders die diversen neuen Gameplay-Elemente dürften für frischen Wind sorgen, der nicht nur Wolfenstein-Fans begeistern kann.